Jülich - Die Forscherin mit der besten Kondition kommt aus Jülich

Die Forscherin mit der besten Kondition kommt aus Jülich

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Forscherin und Triathletin: Dr. Simone Groebel aus Jülich. Foto: FH Aachen

Jülich. Simone Groebel hat einen langen Atem. Den benötigt sie auch, denn die junge Frau aus Jülich begeistert sich für Dinge, die Zeit und Energie fordern. Als Wissenschaftlerin am Jülicher Institut Nowum-Energy der FH Aachen untersucht sie die Mikrobiologie im Inneren von Biogasanlagen, den so genannten Fermentern. Fit hält sie sich mit Wettkämpfen wie dem Indeland-Triathlon.

„Wir versuchen unter anderem, die vielfältige Mikroorganismenpopulation während der Biogasbildung zu identifizieren. Ziel ist es, die Prozesse bei der Biogasbildung zu optimieren“, erklärt sie. Dieses komplexe Thema hat es der jungen Wissenschaftlerin so sehr angetan, dass sie darüber sogar vier Jahre lang promoviert hat.

Doktor der Uni Rostock

Im Juni 2012 reichte sie ihre Arbeit ein, im Januar dieses Jahres folgte die Promotionsprüfung. Die Promotion war eine Kooperation zwischen der FH Aachen und der Universität Rostock. An der Universität legte sie die Promotion offiziell ab, da Fachhochschulen nach wie vor kein Promotionsrecht besitzen. Die praktischen Arbeiten zu ihrer Promotion führte Simone Groebel am Institut für Nano- und Biotechnologien (INB) am Campus Jülich durch. Betreut wurde sie am Campus Jülich zunächst von Prof. Dr. Marcus Baumann. Als dieser jedoch zum Rektor der FH Aachen gewählt wurde, übernahm Prof. Dr. Thorsten Selmer, ein Experte auf dem Gebiet der Mikrobiologie, die Betreuung.

Triathlon als Ausgleich

In ihrer Freizeit verwendet Groebel ihren Atem am liebsten, um zu schwimmen, Rad zu fahren und zu laufen, kurz: Sie ist eine Triathletin. Seit 2008 nimmt sie auch an Wettkämpfen teil, wie zuletzt am Indeland-Triathlon. „Ich mache jedoch nur die kurzen Distanzen. Meine Lieblingsdistanz beträgt 1,5 Kilometer schwimmen, 40 Kilometer Rad und 10 Kilometer laufen“, wiegelt Simone Groebel bescheiden ab.

Im Sommer trainiert sie fünf Mal die Woche, nutzt sogar, wie in diesem Jahr, ihren Urlaub, um mit dem Rad über mallorquinische Berge zu jagen. „Die Abwechslung der drei Sportarten finde ich interessant. Der fordernde Sport, besonders bei schönem Wetter, ist ein toller Ausgleich zu meiner Arbeit in der Hochschule, die viel Konzentration und Geduld beansprucht“, sagt Simone Groebel.

Ob sie beides zurzeit auf einer Forschungsexpedition auf der schottischen Insel Great Cumbrae auch braucht – zusammen mit einem wissenschaftlichen Mitarbeiter sowie Rektor Prof. Dr.Marcus Baumann betreut sie dort 19 Studenten des Fachbereichs Chemie und Biotechnologie – ist eine Sache. Die andere ist das morgendliche Lauftraining, das Simone Groebel schon absolviert, wenn andere nicht an Sport denken.

Simone Groebel ist ein Jülicher Gewächs. Geboren 1980 in der Herzogstadt, wo sie noch immer gerne lebt, sagt sie im Brustton der Überzeugung. Nach dem Realschulabschluss wechselte sie aufs Gymnasium, um das Abitur abzulegen. „Schon zu dieser Zeit galt mein besonderes Interesse der Biologie,“, sagt sie. Im Forschungszentrum Jülich absolvierte sie eine Ausbildung zur Biologielaborantin.

Doch Simone Groebel wollte mehr: Also atmete sie einmal tief durch und schrieb sich 2002 für das Studium der Bioingenieurwesen am Campus Jülich der FH Aachen ein. „Ich habe mich für ein Studium am Campus Jülich entschieden, weil ich ein Studium suchte, das die Biologie und die Technik verbindet und praxisbezogen ausgelegt ist“, sagt sie. Dass sie den richtigen Weg gewählt hat, beweist ihre Diplomarbeit, die mit der Note eins bewertet wurde.

Zunächst keine Promotionslust

Nach ihrem Abschluss arbeitete sie zunächst als Projektingenieurin im Institut Nowum-Energy. Eigentlich habe sie gar keine Lust auf eine Promotion gehabt, gibt sie schmunzelnd zu. Eigentlich war sie zufrieden. Sie entwickelte eine Labor-Biogasanlage und etablierte neue Messmethoden. Sie leitete Diplomanden, studentische Hilfskräften und Praktikanten an und kümmerte sich um Organisatorisches. Doch dann kam ein weiteres Angebot zur Promotion.

Nun arbeitet sie wieder im Institut Nowum-Energy, jetzt als promovierte wissenschaftliche Mitarbeiterin. Und sie ist froh darüber „Mich reizt die Vielfältigkeit und die Eigenständigkeit meiner Arbeit am Nowum-Energy. Ich habe im Institut viele Freiheiten, gleichzeitig wird meine Arbeit kritisch hinterfragt. So kann ich viel lernen.“

Sie holt einmal tief Luft und lässt den Blick in die Zukunft schweifen. „Ich wünsche mir, immer einen Sinn in meiner Arbeit zu sehen. Ich könnte mir vorstellen, nach einer Zeit in der Industrie wieder an die Hochschule zurückzukommen, um auch die Lehre im Themengebiet erneuerbare Energien voranzutreiben.“

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