Die erste eigene CD mit zwölf Jahren

Von: jago
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Viel Spaß im Studio: Julie Esser hat den kompletten Produktionsablauf einer CD mit Hilfe ihres Vaters kennengelernt. Foto: Günter Jagodzinska

Hasselsweiler. „Sie wollte unbedingt singen“, verrät Ralf Esser, wie es dazu gekommen ist, dass seine zwölfjährige Tochter nun ihre eigene CD veröffentlicht. Julie ist schon seit ihrem fünften Lebensjahr häufig mit im Studio gewesen und hat mitgesungen, wenn ihr Vater an seinen Liedern gearbeitet hat.

Unter dem Künstlernamen Johnny Sanders ist der Sänger aus Hasselsweiler seit längerer Zeit regelmäßig in diversen Countrymusic-Charts zu finden und ein gefragter Act für Liveauftritte.

Auch bei diesen war Julie ab und zu mit von der Partie. Als sie immer häufiger selbst mit Liedvorschlägen zu ihrem Vater kam, machte der Nägel mit Köpfen und versprach ihr: „Du kriegst jetzt ein Lied, das zu deiner Stimme und zu deiner Stimmhöhe und bei dem der Text zu deinem Alter passt.“

Nebenbei wollte er, dass seine Tochter einmal den kompletten Ablauf von der ersten Idee über die Studioaufnahme bis hin zum fertigen Produkt mitbekommt. Der ursprüngliche Plan war, das Lied nur „für uns selbst“ aufzunehmen, aber sobald Freunde und Bekannte davon Wind bekommen hatten, hieß es ständig: „Das müsst ihr unbedingt rausbringen, Julie kann so toll singen.“

Sie selbst schätzt sich bemerkenswert realistisch ein und stellt selbstbewusst fest: „Ich bin sicher nicht die Allerbeste, aber andere können sicher schlechter singen als ich.“ Für sie ist es wichtig, dass man beim Singen nicht nur einen Text beherrscht, sondern Gefühle transportiert. „Ich muss zu dem stehen, was ich singe, auch wenn es dann nicht unbedingt dem Mainstream entspricht“, ist ihre ehrliche Einstellung.

Auch wenn sie auf Hip-Hop steht, mag sie die Schlager, die ihr Vater unter dem Pseudonym Ralf Sommer veröffentlicht hat. „Sie hat ihren eigenen Geschmack, und den soll sie auch behalten. Aber wenn es zu extrem wird, dann soll sie sich damit in ihr Zimmer zurückziehen“, meint dieser schmunzelnd zum Generationenkonflikt, wenn es um Musikgeschmack geht.

Bekräftigt wird Julie in ihren musikalischen Ambitionen nicht nur durch die Familie, auch die meisten ihrer Freundinnen finden, dass sie „voll gut singen kann“. Mit dem Text ihres Songs „Mr. Super Ultra Cool ...“, den die von der Liveband des ZDF-Fernsehgartens bekannte Sängerin Alex Rosenrot speziell für Julie geschrieben hat, spricht sie die Coolness von Jungs an, die ihre Gefühle nicht zeigen wollen, weil das ja unter den Kumpels als Schwäche ausgelegt werden könnte. „Vergiss mal deine Coolness – und lass es geschehn, es tut auch überhaupt nicht weh.“

Julie ist ein ganz normales Mädchen und wird es bleiben, auch wenn die CD ein großer Erfolg werden und eine Karriere als Sängerin in den Bereich des Möglichen kommen sollte. Produziert hat die CD Hans Haas von „Foxton Music“, veröffentlicht wird sie über das Label „Fiesta Records“ und Sony, wo auf jeden Fall Interesse an einer Zusammenarbeit besteht.

Die Hobbys der Schülerin sind Tanzen mit den „Titzer Katzen“ und Fußballspielen, zurzeit in der Mädchenmannschaft der SpVgg Jackerath-Opherten. „Ich schaue mir fast alle Spiele von Köln an, da gefällt mir Modeste am besten, der ist echt cool“, verrät sie, wer ihr Vorbild ist.

Auf ihre Ziele angesprochen, antwortet sie nach kurzem Überlegen: „Ich habe mir manchmal so gedacht, ein bisschen so wie Papa zu werden.“ Dem Gesichtsausdruck von Papa Ralf nach zu urteilen wird er seiner Julie ganz bestimmt auf ihrem musikalischen Weg mit seiner ganzen Erfahrung zur Seite stehen.

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