Die DORV-Idee in Barmen wird 15 Jahre alt

Letzte Aktualisierung:
14690176.jpg
Kein normaler Supermarkt, auch wenn er so wirkt: Markus Bienwald (EWV, v.l.), Heinz Frey (DORV), Franziska Hermanns und Walter Steinbusch (VR-Bank) zogen im Barmener Dorv-Zentrum eine positive Zwischenbilanz. Foto: DORV-Zentrum/Herbert Schommer

Barmen. Spricht man Heinz Frey auf das DORV-Zentrum im Jülicher Ortsteil Barmen an, dann blickt er auch in die Zukunft. „Hier kommt unser Anbau hin, ein Café, das ist ideal für die vielen Radfahrer an dieser Route“, sagt er. Und mit dem Rad kommen viele zum Zentrum, das ausgeschrieben für „Dienstleistung und ortsnahe Rundumversorgung“ steht.

Manche kommen auch mit dem Rollator, andere zu Fuß oder auch mit dem Auto, wenn mal was Größeres ansteht. Frey, mit Herbert Schommer Geschäftsführer der DORV-Idee, kommt ins Schwärmen über die Zukunftspläne und hat an diesem Morgen, an dem der kleine Laden mit angeschlossenem Café zum „Tag der offenen Tür“ geladen hat, immer Zeit, jedem von seinen Zukunftsplänen zu erzählen.

Die Vergangenheit des Hauses, das früher einmal die Filiale Barmen der Sparkasse war und mitten im Ort steht, scheint da längst vergessen zu sein. Sichtbar ist sie aber immer noch an den Einbauschränken im Gebäudeinneren. „Die sind noch original von früher, nur Geld war keins mehr drin“, berichten lachend die beiden Gründer, deren DORV-Idee genau 15 Jahre wird. Und gedanklich fügen sie beinahe hörbar ein „schade, eigentlich“ an, denn das DORV-Zentrum ist eine ehrenamtliche Geschichte.

VR-Bank ist neuer Partner

„Darum freuen wir uns über alle Sponsoren und Spender, die uns unterstützen, zum Beispiel die VR-Bank Erkelenz und die EWV Energie- und Wasser-Versorgung“. Die VR-Bank ist als neuer Partner für Bankgeschäfte im DORV-Zentrum aktiv, die EWV soll als Partner für eine Stromtankstelle gewonnen werden. „Dann können die Leute bei uns eine Pause machen und gleichzeitig ihr Fahrrad aufladen“.

Die Pause soll dann im neuen „Indelandcafé Rurmäander“ – wie das Café ganz offiziell heißt – eingelegt werden. Idealerweise pausieren die Gäste später im neuen Außenbereich. Platz ist genug da, und Heinz Frey malt jetzt schon mit seinen Händen die künftigen Außenwände der überdachten Caféterrasse in die Luft. Wo jetzt nur Pflastersteine liegen und die Rampe für Menschen mit Handicap den Zugang sichert, soll der neue Barmener Dorfmittelpunkt am Eschenplatz in die Zukunft wachsen.

„Es soll aussehen wie ein Wintergarten“, sagt er. Damit würde das DORV-Zentrum, das im 1300-Einwohner-Ort mit Lebensmittelladen, integrierten Verkaufsstellen für Bäckerei und Metzgerei, Paketdienst, Zeitschriftenhandel und natürlich einem dorfinternen Marktplatz samt Pinnwand eine wichtige Nahversorger-Rolle übernimmt, noch an Attraktivität gewinnen.

„Wir sind ja mal mit der Idee angetreten, auch vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und einer immer älter werdenden Bevölkerung, die Nahversorgung sicherzustellen“, skizziert Frey nochmal kurz die Grundidee. Gegen die Verödung der Dörfer, gegen den Trend, dass sich Banken, Geschäfte und auch die Gastronomie immer weiter zurückziehen, wollen Frey und seine Mitstreiter wirken.

Mit dem Gedanken, Tourismus per Fahrrad und die Nahversorgung vor Ort zu verbinden, ist aber der DORV-Gedanke noch nicht zu Ende gebracht. Denn mit der geplanten Erweiterung, die schon im Herbst angegangen werden könnte, wird innen ein wenig Raum frei. Da ist dann noch Platz für eine Tagesbetreuung für Senioren. „Im Kleinformat, passend für die Menschen bei uns im Ort“, sagt Heinz Frey.

Neueste Idee heißt „OnLein“

Ist das dann schon das Ende der Fahnenstange? „Nein, wir wollen mehr“, hört man aus der Reihe der zahlreich anwesenden Aktiven. „OnLein“ heißt allerjüngste Idee, die den DORV-Gedanken ins digitale Zeitalter befördert. Die Idee scheint simpel, die Umsetzung auch: „Die Leute können bei uns Sachen, die sie bei uns nicht bekommen können, einfach bestellen. Wir kümmern uns darum und die Kunden bekommen die Bestellung nach Möglichkeit am nächsten Tag von unseren Partnerunternehmen zum DORV-Laden geliefert.“ Zusätzliche Fahrtwege entstehen für die Lieferanten nicht, denn die Lieferungen werden über ein Unternehmen abgewickelt, das ohnehin täglich den Laden ansteuert.

Ohne zusätzliche Verkehre die Nahversorgung ausbreiten, das ist eine Situation, der Frey als nachhaltig denkender Vordenker und Vater der Idee einer multifunktionalen Nahversorgung – an einem Ort mitten im Ort – natürlich sehr viel Positives abgewinnen kann. So rückt sich die DORV-Idee – quasi in der Variante 2.0 – noch mehr ins Bewusstsein der Menschen.

Und die Barmener dürfen sich über den Erfolg ihrer aus dem ehrenamtlichen Engagement heraus geborenen Initiative freuen. Und sie werden sicher noch weitere Ideen haben, im Sinne der Menschen und mit Förderern im Hintergrund, für die Nahversorgung ein stetes Thema ist.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert