Die Busse kapitulieren vor dem Schnee

Von: mv/bugi
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Busse fuhren am Montag erst wieder am Mittag in der City - wegen der Schneemassen. Foto: Ingo Latotzki

Kreis Düren. Schulkinder konnten sich am Montag freuen - wer zur Arbeit musste, hatte es hingegen schwer. Busse? Fehlanzeige. Von 7 Uhr morgens bis 11 Uhr stand im Wirteltor-Gymnasium das Telefon nicht mehr still: Eltern und Schüler meldeten sich, teilten mit, dass wegen des Schnees von außerhalb kein Fortkommen mehr war. Es fuhren einfach keine Busse mehr.

So erschien auch in den anderen Dürener Gymnasien nur „knapp die Hälfte aller Schüler”, wie den „DN” am Montag von gestressten Schulsekretärinnen mitgeteilt wurde. Die Eltern durften zudem selbst entscheiden, ob sie ihren Kinder den Weg durch Berge von Neuschnee zumuteten.

Lehrerinnen und Lehrer hatten kein schulfrei, gelangten auch in den allermeisten Fällen zur jeweiligen Schule. Unterricht fand für die Kinder, die die Schulen erreichten, nämlich statt. Auch in der Heinrich-Böll-Gesamtschule, wo es lapidar hieß: „Alle Buskinder sind heute nicht gekommen. Das sind etwa 200 von über 1000.”

Realschulen und Hauptschulen ging es nicht anders. In der Hauptschule Birkesdorf wurden „Klassen zusammengefasst und Themen improvisiert”, wie die Schulleiterin mitteilte.

Um 4.30 Uhr in der Früh ist bei der Dürener Kreisbahn die Entscheidung gefallen, dass keine Busse fahren werden. „Ich bin jetzt seit 25 Jahren bei der DKB - solche extremen Witterungsverhältnisse hatten wir noch nie”, sagt DKB-Geschäftsführer Bernd Böhnke. Erst nach und nach ab dem Mittag konnte die Dürener Kreisbahn wieder einzelne Strecken aufnehmen. Gelenkbusse wurden allerdings gar nicht eingesetzt, und die neuralgischen Punkte, wie zum Beispiel die Strecke nach Schmidt oder am Leversbacher Berg bei Kreuzau wurden vorher inspiziert, bevor der Bus fahren wieder durfte.

„Vor Jahren hat es nachmittags mal Blitzeis gegeben, da mussten wir den Betrieb für zwei Stunden einstellen.” Eine Entscheidung, den Busverkehr ganz einzustellen, musste Böhnke allerdings noch nie treffen. Mehrere Dinge sind da zusammengekommen: Die Menge an Schnee, der Wind, der zu Schneeverwehungen geführt hat und vor allem der Umstand, dass die Straßen nicht geräumt worden sind. „Also haben wir um 4.30 Uhr im Sinne der Sicherheit der Fahrgäste entschieden”, so Böhnke.

Und wie wird es am Dienstag aussehen? „Das werden wir wieder um 4.30 Uhr entscheiden”, sagt Böhnke. Wer also am Dienstag auf einen Bus angewiesen ist, sollte vielleicht das Radio einschalten oder auf der Internetseite der DKB nachlesen, ob die Busse fahren.

Größtenteils problemfrei hingegen lief der Betrieb bei der Dürener Rurtalbahn. „Die Strecken sind frei und befahrbar”, so am Montagvormittag Christoph Göddecke, bei der Rurtalbahn als Betriebsleiter für die Infrastruktur zuständig. Bevor die Strecken frei und befahrbar waren, mussten die Mitarbeiter allerdings auch Schnee schippen. Die Weichen müssen natürlich vom Schnee befreit werden und auch die Bahnsteige sind zu räumen.

Probleme gab es laut Göddecke nur in einem Bereich, für den die Rurtalbahn nicht zuständig ist: dem Dürener Bahnhof. Der gehört zum Netz der Deutschen Bahn und die hatte am Morgen einige Anlaufprobleme.

Bei der Rurtalbahn gibt es übrigens einen eigenen Schneeeinsatzplan. „Wir achten darauf, dass der Zugführer einen möglichst kurzen Weg zu seinem Einsatzort hat. Er wird auch rechtzeitig über die Witterungsverhältnisse benachrichtigt und muss sich beim Zugleiter melden, wenn er seinen Einsatzort erreicht hat, so dass wir auf Ausfälle frühzeitig reagieren können.”
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