Die Bürger-Solaranlage kommt

Von: Volker Uerlings
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Bei Schnee und Eis und grauem Himmel fällt es nicht gerade leicht, an die Kraft der Sonne zu glauben. Aber auch in der Jahreszeit mit den kürzesten Tagen ist der gleißende Stern ein zuverlässiger Energielieferant, dessen Licht in Wärme und Strom umgewandelt werden kann. Davon werden Jülicher Bürger profitieren, wenn sie Anteile an der ersten Solargenossenschaft der Stadt zeichnen. Deren Gründung steht schon im nächsten Jahr bevor. Foto: Imago

Jülich. Bei Schnee und Eis und grauem Himmel fällt es nicht gerade leicht, an die Kraft der Sonne zu glauben. Aber auch in der Jahreszeit mit den kürzesten Tagen ist der gleißende Stern ein zuverlässiger Energielieferant, dessen Licht in Wärme und Strom umgewandelt werden kann. Davon werden Jülicher Bürger profitieren, wenn sie Anteile an der ersten Solargenossenschaft der Stadt zeichnen. Deren Gründung steht schon im nächsten Jahr bevor.

Die Mitglieder des Ausschusses für Planung, Umwelt und Bauen waren über alle Fraktionsgrenzen hinweg begeistert, nachdem sie einen Vortrag des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes (RWGV) gehört hatten. Der betreut an Rhein und Ruhr 30 Genossenschaften, davon 18 mit kommunaler Beteiligung. So soll das auch in Jülich sein, denn die Stadt sucht nach Auskunft des Beigeordneten Martin Schulz schon nach geeigneten Dächern, die für diese Bürger-Anlage nutzbar sind. Das sanierte Schulzentrum wäre nur ein Beispiel mit Potenzial.

Stabile, sichere Verzinsung

Auf den von der Stadt gepachteten Dachflächen werden dann Photovoltaik-Module installiert, die Sonnenlicht in Strom verwandeln, der ins öffentliche Netz eingespeist wird. Dafür kassieren alle, die sich an der Genossenschaft beteiligen, dann die Einspeisevergütung. Wer Anteile zeichne, darf sich auf eine stabile und sichere Verzinsung von etwa vier Prozent pro Jahr freuen, informierte Asmus Schütt im Jülicher Ausschuss. Der Mann vom RWGV erklärte: „Sie werden nicht reich damit, bieten ihren Bürgern aber die Chance, das Geld in der Region zu investieren.”

Der Verbandsvertreter redete Klartext: Eine Genossenschaft sei keine karitative Einrichtung oder ein Verein, sondern ein Wirtschaftsunternehmen, das einem „ganz alten Weg folge”: „Menschen, die sich selbst helfen”.

Dort, wo es schon Solargenossenschaften gibt, spricht der Erfolg Bände: In Willich zum Beispiel haben laut Asmus Schütt 156 Bürger in nur vier Monaten Anteile im Wert von 830000 Euro gezeichnet. Mit diesen 30 Prozent Eigenkapital wurde in eine Photovoltaikanlage investiert, die 2,5 Millionen Euro gekostet hat.

In Jülich wollen sich auch die Stadtwerke als kommunaler Eigenbetrieb an der Genossenschaft beteiligen. Sie können dann den selbst erzeugten Strom als echten Öko-Strom verkaufen, was der „Solar-Stadt Jülich” sicher gut zu Gesicht stehen würde.

Wie die Modalitäten genau aussehen, steht natürlich noch nicht fest. Der Rheinisch-Westfälische Genossenschafts-Verband stünde als Betreuer bereit, der zum Beispiel die Gründungsversammlung vorbereitet. Dann wäre auch zu klären, welche Anteile die Menschen in Jülich zeichnen können. Will man die Genossenschaft breit aufstellen, wären 100-Euro-Anteile und eine Mindestanlage von 1000 Euro denkbar. Soll der Kreis der Genossen kleiner sein, sind die Summen natürlich höher.

Gleich loslegen

Die Kommunalpolitiker im Fachausschuss waren angetan und wollten am liebsten gleich loslegen. Matthias Hoven (Jül): „Wenn man das hört, muss man sich fragen, warum wir nicht schon längst eine Solargenossenschaft gegründet haben.” Auch FDP-Fraktionschef Winfried Cremerius wollte gleich einen Empfehlungsbeschluss aussprechen. Letztlich wird sich morgen (18 Uhr, Neues Rathaus) der Haupt- und Finanzausschuss mit Details beschäftigen und die Solargenossenschaft mutmaßlich auf den Weg bringen.
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