Die Anlasser aus Jülich machen Party

Von: Daniela Martinak
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Bektas Kusdogan und seine Tochter Deniz sind stolz, ihr Unternehmen bei der Visitenkartenparty am 13. März vorstellen zu können. Die Jülicher Firma im Königskamp gehört zu den weltführenden Anbietern von Anlasser- und Elektrotechnik. Foto: Martinak
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Bevor die Technik eingebaut wird, muss das Gehäuse des Anlassers erst angefertigt werden. Foto: Martinak

Jülich/Kreis Düren. „Ratatatata, ratatatata....“ Der Motor will nicht anspringen. Das riesige Kraftwerk schweigt. Das ist definitiv ein Fall für die Firma „MKS-Anlasser und Elektrotechnik“ in Jülich. Bektas Kusdogan und seine Tochter Deniz sorgen binnen 24 Stunden dafür, dass ein Angebot für die Reparatur des Motors vorliegt. Das Problem ist klar.

Der Anlasser funktioniert nicht mehr. Mittlerweile gehört das Unternehmen, dessen Sitz im Jülicher Königskamp ist, zu den weltführenden Firmen für Anlasser- und Elektrotechnik. Die finden sich etwa in Kraftwerken, Schreddern und Mühlen.

Dabei hat alles ganz klein angefangen: in der Garage daheim. „Ich lebe seit 1974 in Deutschland, seit 1976 in Jülich, habe die Sprache erlernt, mein Abi­tur nachgeholt, Elektrotechnik studiert und war im Außendienst im Stahlwerk einer Firma tätig“, beginnt der Gründer seine Geschichte. Und weiter: „Später habe ich bei einer Düsseldorfer Anlasserbaufirma gearbeitet und mich 1994 entschieden, selbstständig zu werden. Ich kannte mich gut aus und hatte einen festen Kundenstamm.“ Nachdem der Elektroingenieur einen Kredit erhalten hatte und Lizenzgelder für den Wunschnamen bezahlt waren, gründete er am 1. Januar 2001 sein eigenes Unternehmen.

Grundstock waren fünf Mitarbeiter, das Lager in der Garage und reichlich Hoffnung. Der Optimismus war berechtigt, denn die Auftragszahlen wuchsen. Dann, im Jahr 2003 konzentrierte Kusdogan sich noch mehr auf die Herzogstadt: „Meine Liebe zu Jülich war so groß, dass ich nicht nur hier leben, sondern auch hier arbeiten wollte.“ Vor zehn Jahren war das also – das ist eine bedeutende Zahl für den gebürtigen Türken. „Ich bin ein solider Mensch, ich bin überall immer zehn Jahre geblieben. Das geschah nicht mit Absicht. Dass es auch länger funktioniert, werden wir im kommenden Jahr bestätigen.“ Dann bricht Jahr 14 in der Herzogstadt an.

Das Unternehmen umfasst inzwischen 19 Mitarbeiter (Ingenieure, Kaufleute, Techniker, Elektriker, Schlosser, Schweißer und Mechaniker). Die Umsätze belaufen sich auf drei Millionen Euro.

Auf die Frage, in welchen Ländern mittlerweile ein Jülicher MKS-Anlasser steht, antwortet Kusdogan lächelnd: „Welche Länder kennen Sie?“ Sogar bis nach Australien wurde kürzlich einer geflogen.

An der Visitenkartenparty 2013 im Technologiezentrum, die das Amt für Wirtschaftsförderung des Kreises Düren veranstaltet und von unserer Zeitung mitorganisiert wird, möchten die beiden Firmenchefs (Vater und Tochter Kusdogan) zwar auch teilnehmen, um Kontakte zu knüpfen und Werkstätten in der Umgebung für künftige Zusammenarbeit zu treffen, vor allem aber aus einem Grund: „Wir wollen auch zeigen, dass technische Firmen und Unternehmen Interessantes präsentieren und erzählen können.“

Diese Betriebe gehen bei solchen Veranstaltungen leider neben all den Friseuren, Finanzberatern und Künstlern unter.“

Falls der „Anlasser“ am Veranstaltungsort der Visitenkartenparty, im Technologiezentrum, stottert – Bektas Kusdogan weiß garantiert, was zu tun ist.

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