Die Ära Fuchs ist bei der Jülicher CDU beendet

Von: Volker Uerlings
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Frank Radermacher (r.) wurde von den CDU-Mitgliedern zum Stadtparteivorsitzenden gewählt. Vorgänger Elmar Fuchs gratuliert. Foto: Uerlings

Jülich. Elmar Fuchs leistete sich einen kleinen Luxus, den er so mehr als sieben Jahre bei Mitgliederversammlungen seiner Partei nicht gehabt hat. Nachdem die wichtigsten Entscheidungen des Stadtparteitags der CDU am Dienstagabend abgearbeitet waren, verließ er das Bürgerhaus Lich-Steinstraß ein paar Minuten früher.

In den sieben Jahren vorher war er Vorsitzender, aber nun nicht mehr. Sein Nachfolger – Frank Radermacher – und der größte Teil der neuen Vorstandsmannschaft waren gewählt. Wer das Waschen schmutziger Wäsche bei den Christdemokraten erwartet hatte, sah sich getäuscht. Fuchs verschwand recht geräuschlos, und mit seinem Nachfolger – dem 43-jährigen Radermacher – war ein Generationswechsel eingeläutet.

Elmar Fuchs war weder aus der Partei ausgetreten noch im Krach geschieden. Er hat nach einer persönlichen Enttäuschung – einem „Denkzettel-Wahlergebnis“ – die Amtszeit nicht bis zum Ende abgeleistet. „Das hat mich getroffen“, sagte Fuchs, der nach der für die schwarz-rote Koalition verlorenen Bürgermeister-Wahl mit dem gemeinsamen Kandidaten Frank Peter Ullrich gegen seinen parteilosen Bruder Axel Fuchs rund 40 Prozent Gegenstimmen bei der Wahl zum Vorsitzenden erhalten hatte. „Wenn 40 Prozent denken, sie müssen den Vorsitzenden abstrafen, da war für mich die Entscheidung gefallen“, erklärte der Jurist seinen Rücktritt. Er bleibe weiter in der Partei und aktiv für die Union, denn er stehe als Querdenker für „Streit und politische Auseinandersetzung“, aber in der Sache.

Kreisvorsitzender Thomas Rachel (MdB) dankte Fuchs für „Elan, Tatkraft, Mut, neue Akzente und Beharrlichkeit“ bei seiner Arbeit, die er mit viel Aufwand betrieben habe, da er zwischen dem Arbeitsplatz in Potsdam und Jülich pendeln musste. Unter Applaus der Christdemokraten erhielt er von Rachel Blumen und ein Geschenk und leitete als letzte Amtshandlung die Wahl des Nachfolgers.

Das ist Frank Radermacher, gebürtiger Jülicher und Dezernatsleiter bei der Bundeswehr, der sich selbst als „politisches Greenhorn“ vorstellte, da er erst seit 2012 kommunalpolitisch aktiv und seit 2014 Ratsmitglied für die Union sei. Im Team möchte Radermacher mit „Offenheit, Sachlichkeit, Kritikfähigkeit und positiver Ruhe“ die Arbeit der Partei neu organisieren. Vor allem wolle er die Kommunikation nach innen und außen verbessern. Inhaltlich hat der Familienvater (2 Töchter) eine Neuausrichtung des Brückenkopf-Parks, einen Ersatz für die Stadthalle, den Campus Merscher Höhe, bezahlbaren Wohnraum und eine Lösung des Bäderproblems vor Augen. Radermacher wurde mit fast 90 Prozent der Stimmen gewählt.

Zur Seite stehen Erich Gussen als 1. Vize (77,6 ), Karl-Philipp Gawel als 2. Vize (94,4 ), Maria-Magdalena Wilhelm als dritte Stellvertreterin (91,3 ) und Jan Schayen (80,9 ) als 4. Vize. Um das Schriftführeramt bewarben sich Wolfgang Schlesener und Dr. Felix Brandt, Schlesener wurde gewählt. Die Kommunikationsoffensive der Union soll Jens Hoevelmann als Pressesprecher und Internetbeauftragter mitgestalten.

Das neue Personal ist bald gefordert: bei Landtags- und Bundestagswahlen 2017. Josef Wirtz (MdL) verabschiedete sich von den Jülichern, da er nicht mehr kandidiert. Gleichzeitig warb die CDU-Kandidatin für den Wahlkreis Düren 1, zu dem Jülich gehört, um Unterstützung: Dr. Patricia Peill dankte den Herzogstädtern für die Unterstützung ihrer Kandidatur, obwohl sie als Nörvenicherin von der „anderen Seite der Autobahn“ komme. Dabei verbrachte die Unternehmerin einen Teil ihres Geburtstages am Dienstag in Jülich.

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