Die Abrissbirne regiert auf dem alten FH-Gelände

Von: Antonius Wolters
Letzte Aktualisierung:
Stockwerk für Stockwerk wird
Stockwerk für Stockwerk wird das Hauptgebäude abgetragen und dem Erdboden gleich gemacht. Foto: Jagodzinska

Jülich. Im ehemaligen FH-Viertel zwischen Haubourdin- und Jan-van-Werth-Straße ist die Luft mit Staub gesättigt, den immer wieder große Lastwagen beim Abtransport von Bauschutt aufwirbeln.

Vom früheren Hauptgebäude der Fachhochschule am Ginsterweg, das Anfang der 1970er Jahre gebaut wurde, hat die Abrissbirne nur noch einen Torso übrig gelassen, der beinahe anklagend in den Himmel ragt.

„Seit Anfang August laufen die Abrissarbeiten”, berichtet Bernd Klass, Sprecher der Niederlassung Aachen des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW (BLB), deren Ergebnis inzwischen deutlich sichtbar geworden ist. Zunächst, so Klass, seien die kleineren Gebäude abgerissen worden, während aus dem weitläufigen Hauptgebäude vorhandene Schadstoffe ausgebaut worden seien. Dabei handele es sich im wesentlichen um Asbest und PCB, die in Spezialcontainern als Sondermüll entsorgt worden seien.

Auf umgerechnet rund „250 Einfamilienhäuser” beziffert Klass das Gesamtvolumen der Gebäude, die bis Ende November dem Erdboden gleich gemacht werden. Im Zuge der Abbrucharbeiten wird der Bauschutt komplett recycelt und wiederverwertet.

Über die Abbruchkosten kann der BLB-Sprecher keine genauen Angaben machen, da diese in den Neubaukosten in Höhe von rund 87 Millionen Euro für den FH-Campus auf der Merscher Höhe enthalten sind.

Tauschgeschäft

Freigemacht wird bei der laufenden Aktion ein rund 60.000 Quadratmeter großes Areal, dessen weitere Verwertung noch in den Sternen steht. Klass berichtet, dass rund zwei Drittel - also 40.000 Quadratmeter - an die Stadt Jülich gehen, die dem BLB in einem Tauschverfahren Grundstücke auf der Merscher Höhe für den FH-Neubau zur Verfügung gestellt hatte. Das beim BLB verbleibende Drittel sei, so der Sprecher weiter, „eine Entwicklungsfläche, für die es noch keine konkrete Planung gibt”.

Workshop zur Verwendung

Martin Schulz, Technischer Beigeordneter der Stadt Jülich, berichtete auf Anfrage, dass für den 12. November ein ganztägiger Workshop geplant ist, um ein grobes Konzept für die Verwendung der städtischen Flächen zu entwickeln, deren Aufteilung noch nicht geklärt sei. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe dienen als Grundlage für die weiteren Beratungen in den Fachausschüssen und für die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Ohne dem Workshop vorgreifen zu wollen, kann der städtische Beigeordnete sich vorstellen, das Gelände künftig als Allgemeines Wohngebiet auszuweisen. Es wäre fraglos eine attraktive Lage.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert