Dichtheitsprüfung: Bis zum Herbst Nerven behalten!

Von: Volker Uerlings
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Alles erledigt: Bei der Kanals
Alles erledigt: Bei der Kanalsanierung in der Neusser Straße hat die Stadt Anwohner informiert und Hausanschlüsse kontrolliert. Foto: Uerlings

Jülich. Die Frage, ob alles dicht ist, darf man getrost doppeldeutig verstehen. Und viele Immobilienbesitzer im Jülicher Land fragen sich, ob der Gesetzgeber in Nordrhein-Westfalen mit Blick auf die an Rhein und Ru(h)r tobende Kanaldebatte einer eigenen Dichtheitsprüfung standhalten würde.

Das wurde zuletzt in Jülich deutlich, als eine Informationsveranstaltung der beiden CDU-Innenstadt-Ortsvorsteher Margret Esser-Faber und Hermann-Josef Buers nicht nur gut besucht war, sondern auch als Ventil genutzt wurde, seinen Unmut auszudrücken. Klar ist derzeit vor allem, dass die Verunsicherung bei den Hausbesitzern enorm ist. Welche Kosten kommen auf sie zu? Wer sagt, ob angebliche Schäden am Kanal-Hausanschluss wirklich sanierungsbedürftig sind? Und vor allem: Warum soll jetzt für ein Gesetz, das aus dem Nichts kommt, unter Umständen viel Geld ausgeben werden?

Natürlich sind in Zeiten der Verunsicherung auch immer gleich Anbieter zur Stelle, die ein Geschäft „wittern”. Inzwischen steht fest, dass nicht alle, die forsch am Telefon oder per Hauswurfsendung für sich werben, seriös sind. Was also ist zu tun? Diese Frage beschäftigte am Donnerstagabend (erneut) den Jülicher Ausschuss für Planen, Umwelt und Bauen, in dem auch Kritik an der Infoveranstaltung der Union geäußert wurde, weil die Experten der Jülicher Verwaltung die dort genannten Summen einer Kanalsanierung (10.000 bis 15.000 Euro für 10 bis 15 Meter komplett saniertem Kanal) bezweifeln. Tiefbauamtsleiter Robert Helgers: „Die genannten Zahlen sind haarsträubend!”

Das veranlasste SPD-Fraktionschef Harald Garding zu dem Urteil, dass die von Esser-Faber und Buers initiierte Veranstaltung „Unsicherheit geschürt” habe. Es sei „unverantwortlich, in eine solche Veranstaltung so schlecht vorbereitet zu gehen”. Christdemokrat Jürgen Bertrams war als Zuhörer dabei und nahm „die Seinen” in Schutz. Es sei Fakt, dass eine alleinstehende und überforderte Jülicher Seniorin für eine Sanierung 10.000 Euro unnötig bezahlt habe. Das habe den Anstoß gegeben, die Bürger einzuladen.

Wichtigster Tipp für alle betroffenen Hausbesitzer in Jülich: Bis zum Herbst sollten sie die Nerven behalten und abwarten. Die Stadt schreibt jeden Hausbesitzer an und ist bei Fragen aller Art ansprechbar - also auch, wenn Zweifel an der Seriösität von Angeboten bestehen. Betroffenen aus umliegenden Kommunen ist auch zu raten, im Zweifel ihre Verwaltung zu kontaktieren.
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