Dialyseschwestern bieten jetzt auch Lifestyleberatung

Von: ng
Letzte Aktualisierung:
linn_dialyse_bu
Den Hypertonieassistentinnen (von links) Angela Müller und Ulrike Reinartz-Gau, dem kaufmännische Direktor Jann Habbinga und dem Leiter der Dialysestation, Dr. Achim Fritz, liegt das Wohl der Patienten am Herzen. Foto: Gottfroh

Linnich. Bei mehr als 70.000 Menschen in der Bundesrepublik arbeiten die Nieren nicht mehr selbstständig - eine Dialysebehandlung ist oft der einzige Weg, um das Leben zu verlängern. Auch im Nordkreis sind viele Menschen auf die künstliche Blutwäsche angewiesen.

Das St. Josef Krankenhaus in Linnich ist für viele Dialysepatienten aus den Kreisen Düren, Heinsberg und Aachen eine besonders wichtige Anlaufstation, denn, so erklärt Jann Habbinga, der kaufmännische Direktor des Krankenhauses: „Die Linnicher Dialyseabteilung gehört mit zu den größten teilstationären Abteilungen in Deutschland”.

Dieser Tage feiert die Dialysestation ihr 30-jähriges Bestehen. Drei Jahrzehnte, in denen sich nicht nur die technischen und medizinischen Möglichkeiten verändert haben, sondern auch die Größendimensionen in der Dialysestation. 1980, im ersten Jahr ihres Bestehens, wurden im St. Josef Krankenhaus rund 420 Dialysen vorgenommen - gegenwärtig sind es mehr als 7200 pro Jahr.

Als der „Gründer” der Dialysestation, der ehemalige Chefarzt der Inneren Medizin, Dr. Gundolf Junker, die Station vor 30 Jahren eröffnete, wurden lediglich drei Patienten betreut. Da die Zahl der Patienten aber jährlich anstieg, wurde sechs Jahre später in der Nähe des Krankenhauses, in der Brachelener Straße in Linnich, ein zusätzliches ambulantes Dialysezentrum des Kuratoriums für Dialyse und Nierentransplantation (KfH) aufgebaut. Heute werden im KfH 53 Personen behandelt, das Krankenhaus bietet 14 Dialyseplätze, die in zwei Schichten besetzt werden, an.

„Die Krankenhausdialysestation und das KfH sind keine Konkurrenten. Vielmehr ergänzen sich beide wunderbar. Patienten, denen es gesundheitlich relativ gut geht, werden ambulant im KfH behandelt. In der Dialyseabteilung des Krankenhauses werden dagegen erkrankte Personen betreut, denen es gesundheitlich schlechter geht”, erklärt Dr. Achim Fritz. Der Internist, Nephrologe und Hypertensiologe hat die Nachfolge Junkers angetreten und leitet seit 2003 die Dialysestation im Krankenhaus und im KfH.

Gemeinsam mit den Ärztinnen Dr. Grit Böckler und Dr. Pia Bodelier übernimmt er die medizinische Betreuung, 19 Krankenschwestern stehen ihnen und natürlich den Patienten zur Seite.

Dem gesamten Team ist anzumerken: Das Wohl der Patienten liegt ihnen am Herzen, schließlich sind die Patienten mehrmals pro Woche für jeweils vier bis fünf Stunden zur Blutwäsche ihrer Abteilung.

„Uns ist es wichtig, den Patienten auf seinem Weg zu begleiten - und der ist oft sehr lang. Wer einmal Dialysepatient ist, wird es in den meisten Fällen auch sein Leben lang bleiben. Manche Patienten sind seit mehr als 20 Jahren hier. Da entsteht eine enge Bindung”, berichtet Habbinga.

Bekämpfung des Bluthochdrucks

Damit die Patienten die beste Betreuung erhalten, haben sich zwei Krankenschwestern zu Hypertonieassistentinnen ausbilden lassen: „Unsere Schwestern Ulrike Reinartz-Gau und Angela Müller tragen zur optimierten Behandlung und Betreuung unserer Hochdruckpatienten bei. Das ist eine wichtige Maßnahme zur Bekämpfung des Bluthochdrucks und seiner schwerwiegenden Folgeerkrankungen”, berichtet Dr. Fritz.

Die beiden Hypertonieassistentinnen informieren die Dialysepatienten darüber, wie sie ihre Ernährung verbessern oder dem Bluthochdruck durch Sport den Kampf ansagen, sie geben eine Lifestyleberatung”, wie Fritz es nennt.

Auch für die nächsten 30 Jahre hat sich das Linnicher Dialyseteam vorgenommen, den Patienten die Behandlung so angenehm wie möglich zu machen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert