Jülich - Deutsch-russischer Verein: Damit die kulturellen Wurzeln zusammenwachsen

Deutsch-russischer Verein: Damit die kulturellen Wurzeln zusammenwachsen

Von: ng
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Wollen sich für Integration und Kultur einsetzen: Die Gründungsmitglieder des deutsch-russischen Vereins „Wurzeln”. Svetlana Schmitz, Dimitri Prikhodovsky und Elena Wyrwich (1. Reihe v.l.) haben jede Menge Pläne.

Jülich. Die kleine Gruppe von Jülichern aus Russland und Nachfolgestaaten der UdSSR unterhält sich an diesem Abend im Restaurant „El Torro” selbstverständlich auf Deutsch. Doch der ein oder andere Satz auf Russisch fließt immer wieder ins Gespräch ein - kein Wunder, schließlich sind die Regeln für eine Vereinsgründung schon für Muttersprachler kompliziert.

Der Verein, der an diesem Abend in Jülich ins Leben gerufen wird, nennt sich „Wurzeln”.

„Wir wollen neue Wurzeln schlagen, ohne die alten dabei zu verlieren”, erklärt Gründungsmitglied Svetlana Schmitz das Ziel des deutsch-russischen Vereins. „Unsere Kinder sollen und müssen sich in die deutsche Gesellschaft einfügen und die Sprache lernen. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, dass sie die russische Kultur im Herzen tragen und die Sprache nicht verlernen”, sagt sie.

Svetlana Schmitz kommt ursprünglich aus Moskau, seit sieben Jahren lebt sie nun in Deutschland. Und sie ist Mutter zweier Kinder. Deshalb legt sie besonderen Wert darauf, dass ihr Nachwuchs seine Wurzeln nicht verliert. Aus diesem Grund wachsen ihre Kinder zweisprachig auf.

Auch die Kinder von Elena Wyrwich und Dimitri Prikhodovsky sprechen sowohl deutsch als auch russisch. Das Dreiergespann Schmitz, Wyrwich und Prikhodovsky - alle Mitglieder des Integrationsrates - hatten gemeinsam mit Iryna Schuhmacher die Idee, einen deutsch-russischen Verein in Jülich zu gründen. Schuhmacher ist am Gründungsabend jedoch nicht dabei - sie besucht die Heimat.

Trotzdem ist es voll um den Tisch des Vereins: Insgesamt zehn russischsprachige Frauen und Männer sind bei der Gründung dabei, aber auch interessierte Herzogstädter ohne „Migrationshintergrund” zeigen Interesse an dem Verein und nehmen an diesem Premierenabend teil.

Der Verein verfolgt ganz klare Ziele: Die Mitglieder haben sich die Förderung und Integration russischsprachiger Migranten auf die Fahne geschrieben. „Wir sehen unsere Aufgabe in der Schaffung eines Dialoges zwischen den Bürgern der Stadt Jülich und Menchen aus den Nachfolgestaaten der UdSSR”, sagt Dimitri Prikhodovsky.

Aber auch die Weitergabe russischen Kulturgutes in Jülich ist den Gründungsmitgliedern ein wichtiges Anliegen. Viel haben sie sich dabei vorgenommen: „Wir werden Theatervorstellungen und Konzerte, Lesungen und Vorträge organisieren”, sagt Elena Wyrwich. Aber auch ganz praktisch wollen sie helfen, mit deutschen und russischen Sprachkursen, mit der Organisation von Nachhilfe oder durch persönliche Unterstützung bei Behördengängen.

„Wir wollen dabei helfen, dass alte Wurzeln mit den neuen zusammenwachsen”, bringt es Svetlana Schmitz auf den Punkt. Gerade ist sie zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt worden. Dimitri Prikhodovsky übernimmt den Vorsitz, Elena Wyrwich das Amt des Kassierers. Viel Arbeit liegt vor dem engagierten Dreiergespann, wenn sie alle Ziele umsetzen wollen. Doch das ist es ihnen Wert - für die Integration, ebenso zur Bewahrung der Wurzeln.
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