Deutsch lernen als erster großer, wichtiger Schritt

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Jülich. Jugendliche Flüchtlinge ab 16 Jahren werden seit August im Berufskolleg Jülich beschult. 13 Schüler unterschiedlicher Herkunft lernen Deutsch, Mathematik, Sport, Politik, Gesellschaftslehre und Englisch sowie im berufsbezogenen Lernbereich „Ernährung und Versorgungsmanagement“.

Die Schüler können innerhalb eines Jahres in dieser „Internationalen Förderklasse“ einen Hauptschulabschluss erlangen. Darüber hinaus werden ihnen Hospitationen in Gastklassen der Berufsfachschule, Höheren Handelsschule und anderen angeboten. Das „Hineinschnuppern“ dient als weitere Orientierungsmöglichkeit.

„Wir haben mit vier Schülern angefangen“, sagt Schulleiterin Heike Schwarzbauer. Die Zahl der jugendlichen Flüchtlinge stieg schnell an, schon im Januar richtet die Schulleiterin eine zweite Klasse als Auffangklasse ein. Die Lehrkräfte des Berufskollegs unterrichten 23 Jugendliche aus Syrien, Afghanistan, Iran, Albanien, China und Irak 20 Stunden die Woche in Deutsch und zwei Stunden in Sport. Nach einem halben Jahr wechseln sie in die Internationale Förderklasse. So ist es geplant.

Schulsozialarbeiter helfen bei der Eingliederung der neuen Mitschüler, betreuen individuell, unterstützen bei Behördengängen und Praktikumsplätzen. Einige Schüler der Internationalen Förderklassen absolvieren bereits Praktika in Kindertagesstätten, einer Wohnanlage für Senioren und Behinderte, einem Restaurant und der Stephanus-Schule. Die Lehrer haben teilgenommen an Qualifizierungen wie Deutsch als Fremdsprache und Umgang mit psychisch traumatisierten Kindern und Jugendlichen. Unterstützung erhalten die neuen Schüler auch von ihren Mitschülern, die sich mit Aktionen wie gemeinsames Kochen, Frühstücken oder Patenschaften im Rahmen des Schulprofils „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ für ein Miteinander einsetzen.

Mitarbeiter der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer Aachen informierten die Schüler der Internationalen Förderklasse über das System und die Chancen der dualen Berufsausbildung. Darüber hinaus arbeitet das Berufskolleg mit der Bundesagentur für Arbeit, dem Kommunalen Integrationszentrum, dem Jugendmigrationsdienst, dem Jugendamt und der Jobcom zusammen.

Berufliche Orientierung

Auffangklasse-Internationale Förderklasse – die Ziele formuliert die Schule so: Der Erwerb der deutschen Sprache steht an erster Stelle, gefolgt von Hilfe bei der beruflichen Orientierung und beruflichen Grundkenntnissen, Verbesserung der Allgemeinbildung, Wertevermittlung und einem Hauptschulabschluss. Langfristig legt das Berufskolleg Fundamente für die Integration auf den ersten Arbeitsmarkt.

Schulleiterin Heike Schwarzbauer hält sich bedeckt, was die Chancen auf dem Arbeitsmarkt angehen. Das könne sie jetzt noch nicht sagen. Die Voraussetzung sei, Deutsch zu lernen. Doch eins möchte sie auf jeden Fall festhalten: „Die Jugendlichen sind sehr motiviert“.

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