Deutsch-Kurse an Jülicher VHS fast verdoppelt

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Deutsch als Fremdsprache an der VHS: Dieser Kurs ist mit einem schnelleren Lerntempo als üblich angelegt. Foto: Mengel-Driefert
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Der Kreis-Integrationsausschuss fördert einen Sprachkurs für besonders lernfähige Flüchtlinge an der VHS Jülicher Land: Vorsitzender Emmanuel Ndahayo und Claudia Schotte (VHS). Foto: Mengel-Driefert

Jülicher Land. Die Willkommenskultur im Jülicher Land scheint ungebrochen, wie die Informationsveranstaltungen in Jülich und Inden vergangene Woche belegten. Welche konkrete Maßnahmen gibt es, um Flüchtlinge in die Gemeinschaft zu integrieren? Wer dazu gehören will muss die Sprache des Zufluchtslandes lernen, da sind sich alle einig. Aber wie?

Wo können Flüchtlinge Sprachkurse besuchen, und wer finanziert sie? 100 Flüchtlinge lernen derzeit Deutsch im Anfängerbereich an der Volkshochschule Jülicher Land (VHS), sagt Fachbereichsleiterin Claudia Schotte. Die VHS reagierte prompt auf den Zustrom der letzten Monate und erweiterte das Angebot. Die Stundenzahl hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Bot die VHS im vergangenen Jahr 500 Stunden so, sind es in diesem Jahr 1260.

Die Integrationskurse – sie beinhalten ebenfalls einen Deutschkurs – sind nicht mitgezählt. Finanziert wird aus verschiedenen Töpfen, zum Teil ist der Kreis Düren beteiligt, das Land Nordrhein-Westfalen und/oder die Bundesagentur für Arbeit, auch Spendengelder zählen dazu.

Die Volkshochschule berät die Flüchtlinge, teilt sie nach Leistungsvermögen in Kurse ein. Das geht zügig und nun auch vor der Asylanerkennung. Wer einen Kursplatz belegt, kann die erste Zeit in Deutschland sinnvoll nutzen. Wohlgemerkt: Wer einen Platz erhalten hat. Schotte räumt ein: „Wir werden nicht alle gleichzeitig versorgen können, auch der normale Migrant wartet auf einen Kurs.“

Der Integrationsausschuss des Kreises unterstützt einen Kurs mit besonderem Profil. „Wir fördern einen Deutschkurs für Flüchtlinge, die lernfähiger sind als andere“, erklärt der Vorsitzende Emmanuel Ndahayo. Der Vorteil liegt auf der Hand: Der Stoff kann schneller durchgezogen, das Pensum in weniger Stunden geschafft werden. Gemischte Gruppen führten dazu, dass das Ziel langsamer erreicht wird, die Motivation schwinde. Claudia Schotte weiß: „Nicht alle Flüchtlinge sind in unserer Sprache alphabetisiert“. Wer das Alphabet erst lernen muss, braucht dafür zusätzliche Zeit und Aufmerksamkeit.

Ein Basissprachkurs mit 320 Stunden und 25 Plätzen – finanziert von der Bundesagentur für Arbeit – startete Mitte November. Teilnehmen darf hier, wer aus dem Iran, Irak, Syrien oder Eritrea stammt. Natürlich stecke da der Gedanke dahinter, nicht in Flüchtlinge zu investieren, die plötzlich das Land verlassen müssen. Dennoch sagt Schotte: „Das ist dramatisch für all die anderen, die ebenfalls jahrelang hier bleiben werden.“

So wichtig der Spracherwerb ist, die Fachbereichsleiterin rät den Flüchtlingen, sich in ihrer Umgebung erst einmal einzurichten, bevor sie mit dem Pauken beginnen. „Wie sollen die Menschen jeden Tag eine Sprache lernen, wenn noch nicht einmal klar ist, ob sie einen Kindergartenplatz haben? Die Flüchtlinge dürfen auch mal durchatmen, bevor es weitergeht.“

Emmanuel Ndahayo betont an dieser Stelle die große Hilfe der Menschen, die ehrenamtlich bereit sind, Sprachkenntnisse zu vermitteln und gerade in der ersten Zeit den Neuankömmlingen zur Seite stehen. „Wir hoffen, dass die VHS weiterhin darauf aufbaut“, sagt Ndahayo.

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