Detektiv-Seminar: 22 Kinder lösen ihren ersten Fall

Von: jago
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Der Einbruch in die Jülicher Stadtbücherei war natürlich für das Detektiv-Seminar in Szene gesetzt und nicht echt. Umso echter waren aber die Diplome für die stolzen ersten Jülicher Junior-Detektive. Foto: Jagodzinska

Jülich. 22 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren hatten sich in der Jülicher Stadtbücherei eingefunden, um gemeinsam mit einem echten Detektiv einen Fall zu lösen.

„Ihr seid nachher Profis“, versprach Alexander Schrumpf den angehenden Junior-Detektiven, die in Dreierteams gebannt den ganz professionell mit Indizienmarkierungen und Absperrband präparierten Tatort in Augenschein nahmen. Was gestohlen worden war, stand noch nicht fest, aber es sollte sich um etwas ganz Wichtiges handeln.

Neugierde

Seit 1998 bietet Alex Schrumpf, Chef der Detektei Adler, Detektiv-Seminare an, in denen der Nachwuchs auf spielerische Art und Weise mit der Ermittlungsarbeit vertraut gemacht wird und selbst die Initiative ergreifen kann. Von Beginn an waren die Mädchen und Jungen begeistert bei der Sache und überhäuften Detektiv Alex mit Fragen wie „Bist du Meister-Detektiv?“ oder „Was war dein größter Einsatz?“.

Um ein richtiger Detektiv zu werden, muss man die rechtlichen Grundlagen kennen und über das richtige Werkzeug und die Vorgehensweise an einem Tatort Bescheid wissen. Alex Schrumpf verstand es, den Stoff so locker zu erklären, dass keine Minute Langeweile aufkam und die Kinder richtig Spaß hatten.

Besonders das Beispiel von der alten Dame mit Rollator, die das Auto des „schlimmsten Blödmanns von ganz Jülich“ mit einem Schraubendreher zerkratzt hatte, weil der immer den Fußgängerweg zuparkte, hatte es dem Nachwuchs angetan. Natürlich wurde eindeutig klargestellt, dass dieses Verhalten keine Notwehr sei. Überrascht zeigten sich die Kinder darüber, dass jeder Erwachsene berechtigt sei, in diesem Fall die Täterin bis zum Erscheinen der Polizei festzuhalten.

Zurück zum Tatort Bücherei. Hier hatten die fleißigen Ermittler einen Fußabdruck entdeckt und stellten einen Gipsabdruck davon her. Die Scheiben wurden auf Fingerabdrücke abgepinselt und alle Fundsachen in Asservatenbeutel eingetütet. „Welche Detektive, Ermittler oder Detektivgeschichten kennt ihr?“, lautete eine Frage, zu deren Beantwortung die Gruppen fünf Minuten Zeit hatten. Interessanterweise hatten alle drei James Bond auf der Liste, der Jugendbuch-Klassiker „Emil und die Detektive“ hingegen war unbekannt.

Eine weitere Aufgabe war das Auflisten der wichtigsten Werkzeuge eines Detektivs. Hier hatten die Kinder gut aufgepasst und vergaßen weder Pinsel, noch die obligatorische Lupe oder Kamera. Die allerwichtigsten Utensilien seien aber ein Notizblock, Stifte und eine Uhr, verriet der Profi. Als die Kinder ihn selbst wie ein Zeuge einen Täter beschreiben sollten, bewiesen sie eine scharfe Beobachtungsgabe.

Angewendetes Wissen

Nachdem alle ihr Wissen überprüft hatten, stand fest, dass jeder Teilnehmer ein echter zertifizierter Junior-Detektiv ist und sich die entsprechende Urkunde verdient hatte. Doch, oh Schreck, der Koffer war weg, in dem sich die begehrten Dokumente befanden. Welch ein Glück, dass die Juniordetektive sofort zur Tat schreiten und die Ermittlungen aufnehmen konnten. Nicht umsonst hatten die Tatort-Ermittler den Schuhabdruck sicher gestellt, mit dem sie nun der Täterin schnell auf die Spur kamen. Yvonne Schroiff rückte die Diplome reumütig heraus, die die Workshop-Teilnehmer nun als stolze Junior-Detektive ausweisen.

Die stellvertretende Leiterin der Stadtbücherei erläuterte, dass man den Kinder mit dem Detektiv-Seminar über die normalen Veranstaltungen hinaus Anreize zum Lesen bieten und Wissen spielerisch vermitteln wolle.

Sicher werden die kleinen Detektive sich in der Bücherei mit Lesestoff versorgen, für hinreichend Auswahl ist auf jeden Fall gesorgt. Alleine im Bereich Detektiv- und Krimigeschichten für Kinder und Jugendliche habe man 1434 Bücher im Bestand, verriet Yvonne Schroiff.

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