Der VdK verliert vor Ort an Boden

Von: ptj
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Kreisverbandsvorsitzender Matt
Kreisverbandsvorsitzender Matthias Walldorf (Mitte) dankte dem scheidenden Kreisschriftführer Robert Kurth und dessen Gattin. Foto: jago

Rödingen. Während der Sozialverband VdK auf Bundesebene immer wieder seine Schlagkraft beweist, verliert er vor Ort an Boden. Zehn von 24 Ortsverbänden fehlten beim kleinen VdK-Kreisverbandstag in Rödingen.

„Ein bisschen viel”, kritisierte der Kreisvorsitzende Matthias Walldorf. „Diejenigen, die es am nötigsten hätten, sind nicht da.” Mit einer Reduzierung der Zahl der selbstständigen Ortsverbände ist noch in diesem Jahr zu rechnen, weil in Ortsverbänden wie Nörvenich und Derichsweiler keine Mitglieder zur Übernahme von Vorstandsfunktionen bereit waren. Auch fanden sich keine benachbarten Ortsverbände zur Übernahme.

Härtere Gangart

Die vor über 65 Jahren gegründete „Solidargemeinschaft” VdK trete immer mehr in den Hintergrund, stellte Walldorf fest. Dabei werde der Verband in „fast allen Fällen des Lebens”, hauptsächlich aber im Renten- und Schwerbehindertenrecht, kontaktiert. Dabei falle die „härtere Gangart einzelner Arbeitgeber”, aber auch der zunehmende Abbau staatlicher Sozialleistungen ins Auge.

Für das Rechnungsjahr 2011 ist eine Mitgliedersteigerung von 323 zu verzeichnen, sicherlich ein Spiegel der Leistungsfähigkeit des Sozialverbandes.

Doch Mitglieder verlassen den VdK schnell wieder, nachdem ihre persönlichen Angelegenheiten „durch einen nicht unerheblichen Aufwand durch die hauptamtlichen Kräfte des Sozialverbandes erledigt wurden”, hier fehle die Solidarität. Auch werde werde es immer schwieriger, Ehrenamtliche für ein längeres und regelmäßiges Engagement zu finden.

Das „nackte Zahlenwerk” über die Arbeit des Kreisverbandes Düren (http://www.vdk.de/kv-dueren) belegte durchgehende Antragssteigerungen, gerade bei beratungsintensiven Anträgen. Der Kreisverband sieht sich als „Servicestelle” aller Ortsverbände bei auftretenden Schwierigkeiten. Walldorf rief dazu auf, sich nicht erst an den Kreisverband zu wenden, wenn „das Kind bereits im Brunnen liegt”. Die nur von Ehrenamtlichen besetzte Geschäftsstelle in Düren ist mit wenigen Ausnahmen ganztägig von montags bis donnerstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Angeschafft wurde dort ein Frankierautomat, zudem wurden zwei defekt Computer und ein Farbdrucker ersetzt.

Ein großes Anliegen des VdK ist eine „volle Barrierefreiheit”. Die Plakette „Menschen mit Handicap willkommen” sei wenig hilfreich, „wenn man mit Rollstuhl, Rollator oder Gehhilfen gar nicht ins Haus hineinkommt”, rügte Walldorf.

Der Verband wirke zurzeit beim Kreis Düren und in den Gemeinden Merzenich, Niederzier, Kreuzau, Nörvenich und Titz mit sowie in der deutschen Rheinschifffahrt und in einem Forschungsprojekt der Bundesanstalt für Straßenwesen, die Straßentunnel barrierefrei gestalten will. Nach Einbau des Aufzuges im Titzer Rathaus im nächsten Jahr seien alle „barrierefreien” Ziele erreicht.

Nach zwölf Jahren als Kreisschriftführer legte der Langerweher Robert Kurth, sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder. Nachfolger wurde Günter Schmied aus dem Ortsverband Inden.
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