Der TTC Indeland plant zweigleisig

Von: -vpu-
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Denken ergebnisoffen über die Zukunft in der 1. oder 2. Liga nach: Arnold Beginn (links) und Trainer Johannes Dimmig. Foto: Kròl

Jülich. Der TTC Indeland Jülich hat die Chance, ab dem Sommer wieder in der Tischtennis-Bundesliga an den Start zu gehen. Die Herzogstädter wissen das allerdings erst seit kurzer Zeit und ziehen auch die Option, weiter zweitklassig zu bleiben.

„Die Nachricht aus Frankfurt hat uns gefreut und überrascht, aber sie kam sehr spät. Wir hätten wohl einen Platz in der Bundesliga, müssen aber zuvor eine Lizenz erhalten. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe“, sagte der Manager und Ehrenpräsident auf Anfrage unserer Zeitung. Denkbar sei eben auch, dass es für die Erstliga-Lizensierung nicht reichen könnte.

„Die formalen Anforderungen sind enorm. Wir können keine Sponsoren aus dem Hut zaubern, der Spielermarkt ist für unser Budget sehr überschaubar. Das hängt natürlich auch mit dem Zeitpunkt jetzt zusammen, den wir nicht beeinflussen konnten. Wir wollen wenn natürlich auch eine Erstliga-Mannschaft, mit der sich unsere Fans identifizieren können.

Nur ausländische oder ältere Spieler zu verpflichten – das wollen wir nicht, weil es nicht zu unserem Verein passt. Natürlich waren uns die Bedingungen bekannt, aber dazu zählt eben auch die Option, dass wir zweitklassig bleiben“, konkretisiert der Manager die zweigleisigen Planungen. Er ist nach eigenen Angaben mit Trainer Johannes Dimmig überein gekommen, das Personal so zusammenzustellen, dass es für beide Klassen reicht.

Die Zeit drängt, in wenigen Tagen müssen die Unterlagen bei der Tischtennis-Bundesliga GmbH eingereicht werden – oder der Verein verzichtet noch in letzter Sekunde auf den Lizenzantrag. „Das können wir nur sehr kurzfristig klären, aber ich sage jetzt schon sehr deutlich, dass wir keine Lösung anstreben, die unseren Gesamtverein in Gefahr bringt. Wir haben in der Region mehrfach gesehen, was Sportvereinen blühen kann, wenn die Risiken Realität werden. Im Moment spricht mehr dafür, dass wir weiter in der 2. Liga bleiben“, sagt Arnold Beginn.

Das ist für ihn keine „Rolle rückwärts“: Das Gesamtgefüge gehe vor. „Wir haben ganz bewusst über die erste Liga nachgedacht und den Antrag gestellt. Der Zeitpunkt ist grundsätzlich günstig, selbst wenn wir eine abstiegsbedrohte Mannschaft hätten und in einem Jahr zurück in Liga 2 müssten. Dann wären wir aber automatisch in der eingleisigen Zweiten Liga dabei. Wenn wir Zweitligist bleiben, müssten wir uns für die von 20 auf 10 Vereine reduzierte Staffel erst qualifizieren. Auch das geht nicht mit minimalem Aufwand. Es ist also eine Abwägung.“

Da kostet alles Geld...

Deutlich zu verstehen gibt der Manager, dass er mit den vielen Detailauflagen für die oberste Liga nicht gerechnet hätte. „Da kostet praktisch alles Geld, egal, welche der 50 Seiten der Lizensierungsbedingungen man anschaut. Das war vor einigen Jahren noch nicht so schlimm. Wir werden sehen.“

Das Ende ist zwar offen, derzeit spricht aber doch mehr für den Fortbestand des Zweitligisten TTC Indeland Jülich.

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