Der Traum von einem Unentschieden

Von: Guido Jansen
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Er drückt Portugal und Deutschland am Montag gleichermaßen die Daumen: Inacio Grosso Valerio aus Jülich. Foto: Guido Jansen

Jülich. „Empate.“ Das ist Portugiesisch und heißt Unentschieden. So könnte der Titel des Gedichtes lauten, das Inacio Grosso Valerio am späten Montagabend schreibt, dann wenn sich seine beiden Heimatländer Portugal und Deutschland bei der Fußball-WM in Brasilien duelliert haben. Anstoß ist um 18 Uhr.

Inacio Grosso Valerio, geboren vor 62 Jahren im portugiesischen Batalha und seit fast 40 Jahren Jülicher, wünscht sich ein Unentschieden.

„Das wichtigste ist, dass es ein tolles Fußballspiel wird, das man als Zuschauer genießen kann“, sagt Inacio Grosso Valerio. Weil sein Herz hin und her gerissen ist, will er sich nicht auf einen Sieger festlegen. Und wenn all diese Wünsche in der Erfüllung gehen, dann verbindet er vielleicht den Fußball mit seiner großen Leidenschaft, weil er ein Gedicht über das Spiel schreibt.

Der Superstar

Der Wahl-Jülicher kennt die Stärken der Gegner vom Montag gut. Bei Deutschland ist es das Dauerbrenner-Thema von der Turniermannschaft. „Deutschland gehört immer zu den Favoriten. Sie haben zwar ein paar Verletzte. Trotzdem. Sie haben genau so große Chancen wie Brasilien, Spanien oder Argentinien. Oder auch Portugal. Aber nur dann, wenn Superstar Cristiano Ronaldo gut drauf ist. „Ohne Ronaldo gehört Portugal nicht zu den Favoriten“, sagt Grosso Valerio. Dass der Weltfußballer in seiner neuen Heimat nicht nur Freunde hat kann der 62-Jährige verstehen. Aggressiv, ein wenig selbstverliebt und sich selbst inszenierend tritt Ronaldo auf dem Platz auf.

„Das ist einfach seine Art. Solche Spieler hat es in Deutschland auch gegeben. Ich denke da an einen Stefan Effenberg.“ Das Bild, das Grosso Valerio vom Superstar der Portugiesen hat, ändert sich deswegen nicht. „Er ist wirklich ein guter Junge. Er macht viel für alte und kranke Menschen.“

Groß ist die Begeisterung in Portugal, weil der Titelhunger groß ist. Das Land seiner Eltern hat schließlich noch keinen großen Titel gewonnen. Der Stachel der Enttäuschung nach der Europameisterschaft 2004 sitzt immer noch tief. Im eigenen Land schafften es Portugiesen mit ihrer goldenen Generation um Luis Figo und einem jungen Ronaldo in das Finale. Nur, um dann dort 0:1 gegen den krassen Außenseiter Griechenland zu verlieren. „Das war eine nationale Katastrophe“, sagt Inacio Grosso Valerio. Jetzt haben sie den besten Fußballer der Welt in ihren Reihen.

Das Spiel am Montag schaut sich der Jülicher Portugiese in aller Ruhe zu Hause an. Kein Rudelgucken, dafür vielleicht ein Glas Wein. Gewettet hat er auch nicht. Es gibt allerdings eine Vereinbarung mit einem Nachbarn. „Wenn Deutschland gewinnt, dann muss ich für die Nachbarn grillen. Wenn Portugal gewinn, dann werde ich bekocht.“

Inacio Grosso Valerio wünscht sich übrigens eine Neuauflage des Duells zwischen seinen zwei Heimatländern. Im Endspiel nämlich. Dann wird es nur schwer mit Empate, dem Unentschieden.

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