Titz - Der Städteatlas würdigt nun auch Titz

Der Städteatlas würdigt nun auch Titz

Von: ptj
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Hans-Otto Runkler, Vorsitzende
Hans-Otto Runkler, Vorsitzender des Kulturausschusses der Landschaftsversammlung (r.), übergibt den Städteatlas dem Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen.

Titz. Die Landgemeinde Titz wurde als 95. von 186 Städten und Gemeinden im Rheinischen Städteatlas mit eigener Publikation des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) gewürdigt. „Wer das Rheinland besucht, seine Mitte sucht, findet fast automatisch die Gemeinde Titz, landläufig und vielfältig.” So lobte der Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen im Rahmen einer Feierstunde mit illustrem Publikum die Gemeinde im Ratssaal.

Professor Margret Wensky stellte das Projekt „Rheinischer Städteatlas” vor, der 1972 gegründet und seit 1976 vom LVR herausgegeben wird. Er ermöglicht vergleichende Stadtgeschichtsforschung auf regionaler und (inter-)nationaler Ebene.

Auf 15 großformatigen Seiten wird die Titzer Geschichte im Rheinischen Städteatlas dargestellt. Stichwortartig sind Daten zur Siedlungsgeschichte, Topographie, Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte, zur Kirchen- und Schulhistorie, zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte aufgeführt. Ein Kartenteil mit historischen Karten, Plänen und Ansichten ergänzt die Edition, erwähnenswert ist hier das Urkataster von 1825.

Autorin Dr. Elfi Pracht-Jörns, die bei der Ausarbeitung der Atlanten in fünf Jahren ihren „Arbeitshorizont beachtlich erweitert hat”, gab eine ausführliche und interessante Einführung. Ihre Recherchen hatte sie an „Theo Hamachers verdienstvolle Monografie” angeknüpft: Titz wurde 1166 erstmals erwähnt und um 1185 als „villa” bezeichnet. Vom 13. bis Anfang des 16. Jahrhundert war der Ort Sitz der Herren von Titz und Teil der Grafschaft, beziehungsweise des Herzogtums Jülich.

Größter Grundherr im Titzer Raum war die Abtei Altenberg. Die mittelalterliche Handelsstraße von Aachen über Jülich nach Neuss und Düsseldorf, die spätere Landstraße, wurde immer wichtiger für die Ortsentwicklung. Ein „landesherrlicher” Hof findet Ende des 13. Jahrhunderts als Siedlungskern Erwähnung. Er diente Jülicher Gräfinnen als Witwensitz und wurde im 15. Jahrhundert zum befestigten Haus ausgebaut, der Ort wurde mit Wall und Graben befestigt. Jetzt war Titz Sitz eines Rittmeisteramts und beherbergte einen Teil der fürstlichen Marställe des Herzogtums Jülich.

Um 1600 wurde Titz „zur Freiheit” erhoben, einem „Status zwischen Dorf und Stadt”. Doch dem Ort im Schatten von Jülich und Kaster gelang es nicht, seine Stellung im Herzogtum Kleve-Jülich-Berg für eine kontinuierliche Siedlungsentwicklung zu nutzen, es gab auch keinen Markt. Zur Stadtwerdung kam es nicht. Fuhrleute und Gastwirte, die vom Durchgangsverkehr auf der Landstraße profitierten, waren die einzigen bedeutenderen Gewerbe.

Das Dorf Titz blieb landwirtschaftlich geprägt und hatte an der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts keinen Anteil. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg dehnte sich Titz über die 1807 aus dem Ortskern verlegte Landstraße aus, dort entstand ein neuer Siedlungsschwerpunkt. Fast die gesamte Infrastruktur hatte sich in den neuen Teil der Gemeinde verlagert. Ausnahme waren Kirche, Gemeindefriedhof und der katholische Kindergarten in der Bungsstraße. Zentralörtliche Funktionen für eingemeindete Orte übernahm Titz erst im Rahmen der kommunalen Neugliederung 1972 als Zentrum einer weitläufigen Landgemeinde.

Der Städteatlas ist im Buchhandel zum Preis von 24,50 Euro erhältlich.
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