Der Ruf nach Veränderung ist unüberhörbar

Von: Otto Jonel
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Linnich steht vor Veränderungen, die keinen Aufschub dulden. Dabei ist eine Reihe von Altlasten zu „entsorgen“. Foto: Jonel

Linnich. Konstante Größen sind Orientierungspunkte. Sie haben den Charakter des Verlässlichen. Das Stete, das Gleichbleibende ist positiv besetzt, es vermittelt in seiner Unverrückbarkeit Halt. Linnich ist irgendwie schon eine kontante Größe – zumindest wenn man die zurückliegende Halbdekade als Maßstab nimmt.

Das Städtchen an der Rur verändert sich kaum. Flächenmäßig sowieso nicht. Mit einer Stadtfläche von 65 Quadratkilometern ist Linnich die drittgrößte Kommune im Nordkreis nach Jülich und, man staune, Titz. Bezogen auf die Einwohnerzahl rangiert die zweite Stadt im Nordkreis je nach „Tagesform“ im Vergleich mit Aldenhoven und Niederzier zwischen Platz zwei und vier. Rund 13.600 Einwohner zählt Linnich derzeit. Da hat sich seit 2009, seit der letzten Kommunalwahl also, nicht viel geändert. Konstante Größe eben.

Und das ließe sich in vielen Linnicher Bereichen so fortführen. Das allerdings ist nicht so rundum positiv und beruhigend. Linnich wächst nicht, Linnich verändert sich kaum. Nicht so Wohlmeinende sagen: Im Gegenteil, die Stadt verändert sich zu ihrem Nachteil. Die dafür herangezogenen Belege sind allerdings vielfach nicht Linnich-spezifisch, sondern Stereotypen, die auf viele Kommunen zutreffen: Leerstände in Geschäftslokalen, eine unterentwickelte Versorgung mit Möglichkeiten zum schnellen Datentransfer, ein aufs Minimum ausgelegtes Netz des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs.

Darüber wird leicht vergessen, dass Linnich fast in jedem Ort Baugebiete besitzt, in denen die Nachrückergeneration der Ortsbevölkerung einen Platz fürs eigene Häuschen findet und Zuzügler ebenfalls heimisch werden können. Und dass zumindest die Kernstadt reichlich Auswahl an Artikeln des täglichen Bedarfs bietet und niemand gezwungen ist, fürs täglich Brot in die benachbarten Mittelzentren zu fahren, wird nicht erwähnt, wenn man so richtig ins Lamentieren gerät.

Konzept gesucht

Eines allerdings lässt sich bei nüchterner Betrachtung nicht verhehlen. Viele der Probleme und viele der Aufgaben, vor denen Kommunalpolitik und Verwaltung vor der Kommunalwahl 2009 standen, sind auch 2014 noch immer unerledigt. Auch das sind „konstante Größen“. Linnich Haushaltssituation zu verbessern, ist eine Daueraufgabe. Das richtige Konzept ist noch nicht gefunden, zumal manche bestimmende Faktoren von der Kommunalpolitik nicht beeinflussbar sind – Stichwort Gewerbesteuerzahlungen.

Das Hallenbad stand auf der Agenda 2009: Diese Aufgabe ist erledigt, und zwar gut. Es hat die Stadt eine große Anstrengung gekostet. Das Ergebnis indes rechtfertigt den Einsatz.

So positiv fällt die Bilanz beileibe nicht überall aus: Stadthalle, Innenstadtkonzept beziehungsweise umfassendes Stadtmarketing, stärkere Bürgerbeteiligung und und und – allesamt Themen, die die etablierten Parteien und die 2009 erstmals angetretene UWG PKL auf ihre Arbeitsliste hatten. Diese Themen stehen immer noch an. Ab jetzt sind es veränderbare Größen.

Rückblick auf 2009

Vor fünf Jahren lieferte die Kommunalwahl in Linnich eines der Ergebnisse, das kreisweit aufhorchen ließ. Aus dem Stand zog die Unabhängige Wählergemeinschaft Parteilose Kandidaten Linnichs PKL in den Stadtrat ein. Mit 17,21 Prozent holte sie sechs Ratsmandate, zwei gewannen Mark Dremel in Gereonsweiler und Ulrich Meuser in der Kernstadt sogar direkt. Die CDU wurde mit 42 Prozent und 13 Ratsmandaten zwar stärkste Fraktion im Stadtparlament, aber sie verlor die absolute Mehrheit der Wahlperiode zuvor. Zweitstärkste Kraft im Stadtrat wurde 2009 die SPD mit 26,63 Prozent und neun Sitzen im Rat. Das Wahlergebnis von 7,69 Prozent brachte den Grünen zwei Sitze im Rat ein, ebenso viele wie der FDP, die auf ein Ergebnis von 6,47 Prozent kam.

Nach einer knapp anderthalb Jahre währenden Kooperation von SPD, PKL und Grünen begann nach deren Aufkündigung im Frühjahr 2011 die Zeit der wechselnden Mehrheiten – ein Zustand übrigens, den die FDP vor der Kommunalwahl als erstrebenswert ausgerufen hatte.

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