Der Pilgerweg ist 100 Kilometer lang

Von: Sarah Plahm
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Einladung zum Jülicher Pilger
Einladung zum Jülicher Pilgerweg: Anke Keppel, Pfarrer Dr. Peter Jöcken, Dr. Peter Nieveler, Cordula Schmitz und Norbert Freudenberg (v.l.) in Selgersdorf. Foto: Uerlings

Selgersdorf. Spätestens seit Hape Kerkelings Bestseller „Ich bin dann mal weg” hat Pilgern wieder etwas Faszinierendes. In seinem Reisebericht, schildert der Entertainer seine Erlebnisse auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Dass es sich auch im Raum Jülich pilgern lässt, zeigt das Projekt der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Heilig Geist.

Dank Initiatorin Anke Keppel konnte zwischen den 14 Gemeinden der GdG - ebenso in Krauthausen und Engelsdorf - ein Pilgerweg eingerichtet werden. Die zündende Idee kam Anke Keppel in einem Urlaub an der Norseeküste, wo sie in einer Kirche eine Pilgerkarte mit entsprechender Route fand und mit ihrem Sohn den Weg abfuhr. Aus dem Urlaub zurückgekehrt ließ sie der Gedanke einer Kirchen-Route nicht los.

Mitstreiter brauchte die engagierte Selgersdorferin nicht lange zu suchen. Zusammen mit ihrem ehemaligen Lateinlehrer Dr. Peter Nieveler, dessen Tochter Cordula Schmitz und Architekt Norbert Freudenberg, der zugleich kreativer Kopf der Gruppe ist, erarbeitete Anke Keppel ein Konzept für einen Jülicher Pilgerweg.

Der führt nicht nur durch die umliegenden Gemeinden der Stadt Jülich, sondern auch auf verschiedenen Wegen in die Innenstadt. Insgesamt sind es mindestens 100 Kilometer, wie Cordula Schmitz schätzt. So können ab der Eröffnung am 11. September die Kirchen und Kappellen mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Auto in Etappen besucht werden.

Auf der Route befinden sich aber nicht nur katholische Kirchen. „Es war uns wichtig, dass es ein ökumenisches Projekt wird”, sagt Anke Keppel.

Welchen Weg die Reisenden auch wählen, sie werden immer zu den heiligen Orten der GdG geführt, die zum Verweilen, zum Beten, aber auch zum Staunen einladen. Denn nicht selten finden sich auch wertvolle Kunstschätze in den Kapellen und Kirchen.

Planen lässt sich die Jülicher Pilgerreise am besten mit der eigens dazu entworfenen Karte, die in den Kirchen zu finden sein wird. Dort sind neben Informationen zu allen Kirchen in handlicher Form, mögliche Routen eingezeichnet, die natürlich zuvor auf ihre Fahrradtauglichkeit geprüft wurden.

Norbert Freudenberg plant zudem, auf der Internetseite des Pilgerwegs Routen mit Höhenprofil einzutragen, sodass auch weniger Bergbegeisterte die Reise nicht scheuen müssen.

Als Erinnerung an die Stationen plant die Gruppe, Pilgerzettel mit Bildern und Psalmgedanken - nach dem Motto „Psalmen unterwegs” - in den Kirchen auszulegen. Illustriert werden die Erinnerungsstücke vom Jülicher Künstler Herb Schiffer, wie Anke Keppel sagt.

Pfarrer Dr. Peter Jöcken zeigt sich begeistert von dem Projekt, das in Selgersdorf seinen Anfang hatte. Es sei schön, etwas derartiges aufzubauen, denn Kirche habe viel zu geben. „Kirche ist ja kein untergehendes Schiff. Man soll einsteigen und mitfahren.”

Bis das Projekt aber überhaupt aufgebaut werden konnte, mussten erst die Frage der Finanzierung geklärt werden. Nachdem GdG-Rat und dem Kirchengemeindeverband (KGV) das Vorhaben begeistert begrüßt hatten, kam den Initiatoren ein Förderprogramm des Bistums zu Gute. Das unterstüzt auf GdG-Ebene genau solche Projekte und sicherte der GdG Heilig Geist 7500 Euro zu - damit war die Frage der Finanzierung geklärt und die Umsetzung konnte in Angriff genommen werden.

Zahlreiche Ideen halfen dem Planungsteam, ein interessantes Pilgerprogramm zu entwerfen. So werden nach der Eröffnung im September auch Aktionstage geplant. Angedacht sind zum Beispiel ein Familien- oder Jugendtag Denn allen Beteiligten ist eines besonders wichtig: Sie möchten die Jugend erreichen.

Eine gemeinsame Radtour entlang des Pilgerwegs stärkt schließlich den Gemeinschaftsgedanken, bringt die eigene Heimat näher und führt zu besinnlichen Treffpunkten, die zum Nachdenken anregen.

Nach der Eröffnung sind deshalb Jung und Alt eingeladen, sich auf die Spuren der Jülicher Kirchengeschichte zu begeben.

Der Jülicher Pilgerweg wird am Sonntag, 11. September um 11.30 Uhr auf dem Kirchplatz in Koslar eröffnet.

Im Rahmen des Koslarer Pfarrfestes wird die neu erstellte Pilgerkarte mit Wegen zu den Kirchen, Kapellen und Bildstöcken vorgestellt. Es werden zwei geführte Fahrrad-Schnuppertouren angeboten:

Die erste Schnuppertour zu den Kirchen in Barmen, Broich, St. Franz Sales und Christuskirche beginnt um 12 Uhr. Die zweite Schnuppertour zu den Kirchen in Bourheim, Kirchberg und St. Rochus beginnt um 14.30 Uhr.

Vorab lohnt sich ein Blick auf die Homepage.

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