Der Passionsgedanke bestimmt das Konzert

Von: Hilde Viehöfer-Emde
Letzte Aktualisierung:
11974550.jpg
Ein stimmungsvolles Passionskonzert am Palmsonntag boten Chor und Instrumentalisten in der Propsteikirche. Foto: Wolfgang Emde

Jülich. Ein interessantes Programm hatte Chorleiter Ernst Matthias Simons zusammengestellt, mit dem er die Thematik der Passionswoche des Kirchenjahres aufgriff. Chor und Instrumentalisten musizierten unter dem Thema „Musikalische Perspektiven von Tod und Auferstehung.“

Geschickt führte Ernst Matthias Simons durch das Programm, erläuterte die Texte und informierte über die Intention der Kompositionen und ihrer Schöpfer. Kernaussage der musikalischen Botschaft zur Karwoche war die Hoffnung der Gläubigen auf Auferstehung und ewiges Leben.

Die Musik war vorwiegend der englischsprachigen Tradition entnommen, die der Kulturblüte der elisabethanischen Zeit zuzuordnen ist. Der Bogen spannte sich jedoch weiter durch die Epochen bis hin zu Gospel und zeitgenössischer Musik.

Ein Glücksgriff war das Engagement der Egelstein Brass. Die jungen Musiker begleiteten klangvoll den Chor und waren mit eigenen Beiträgen eine Bereicherung des Programms. Kathrin Simons und Leonard Rathmann (Trompeten), Lauren Whitehead (Horn) und Yoshiki Matsuura(Posaune) verliehen dem Konzert durch den festlichen Blechbläserklang besonderen Glanz.

Werke von Thomas Tomkins, Johann Sebastian Bach, Friedrich Zipp, Moses Hogan, Joyce Ellers Bacak und Charles Timothy Blickhan spannten den musikalischen Bogen durch die Musikgeschichte, wobei der Gedanke der Passion sich wie ein roter Faden durch das Programm zog.

Mittelpunkt des Konzertes war die Aufführung der „Funeral Music for Queen Mary“, eine Musik, von Henry Purcell komponiert für die Bestattungsfeierlichkeiten der beliebten englischen Königin im März des Jahres 1695. Cello und Orgel vervollständigten die Klangfarben von Chor und Blechbläsern. Das Gesamtwerk atmet den „Hauch der Unsterblichkeit in der Feierlichkeit der Musik“, wie Ernst Matthias Simons trefflich die Wirkung der Komposition beschrieb.

Die Eigelstein Brass, an den Pauken Arturo Uribe, am Cello Jens Uwe Grooß, an der Orgel Helmut Kleinbauer und der Kammerchor Currende boten eine eindrucksvolle Interpretation der Trauermusik. Die schlichten Akkorde rührten die Trauernden bei der Beisetzung von Queen Mary zu Tränen und berührten auch die Zuhörer in der Propsteikirche zutiefst. Das Amen des letzten Chores fand seinen instrumentalen Ausklang bei dem letzten „March“ der Bläser.

Saubere Stimmführung

Der Chor ist beispielhaft in seiner intensiven Erarbeitung besonderer Chorliteratur. Saubere Stimmführung, Ausgeglichenheit in der Stimmenbesetzung, ein klares, schlankes Klangbild, Stilsicherheit und Intonationsstabilität zeichnen ihn aus. Erfreulich war die gute Textverständlichkeit, die sogar in der fremden Sprache gelang. Das Bläserensemble bestach durch sauberen, warmen Klang und harmonisches Zusammenspiel.

Viel Applaus ernteten die Ausführenden für ein Passionskonzert, das viele Aspekte zum Thema Tod und Auferstehung aufgriff und angemessen auf die Feierlichkeiten der Kartage und auf das Osterfest einstimmte.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert