Der Pächter muss für den Wildschaden geradestehen

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Hans- Willi Dahmen von der Kreisjägerschaft informiert über Wildschweine auf der Sophienhöhe. Foto: Mengel-Driefert
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Verwüsten die Wildschweine die Felder, muss der Revierpächter den Bauern entschädigen. Foto: Uerlings

Höllen. Wildschweine gibt es im Brückenkopf-Park. Wildschweine gibt es aber vor allem und in großer Zahl in freier Natur. Geschätzte 500 Exemplare, den Nachwuchs nicht mitgezählt, tummeln sich im Gelände rund um und auf der Sophienhöhe. Gewöhnlich sieht der Spaziergänger sie nicht. Sollte das doch einmal vorkommen, heißt es Achtung.

Kreuzt eine Bache mit Frischlingen den Weg, kann es gefährlich werden. Dann gilt: Am besten ruhig stehen bleiben, warten bis der Spuk – sprich die Wildschweine – wieder verschwunden ist, sagt Hans-Willi Dahmen von der Kreisjägerschaft. Und: Auf keinen Fall zwischen Bache und Frischlinge kommen.

Die Population der Wildschweine steigt landauf, landab. Der Maisanbau soll die Ursache sein. Auch auf der Sophienhöhe findet das Wildschwein reichlich Leckereien, wie Kastanien und Äpfel, sagt Hans-Willi Dahmen. Das hat zur Folge, dass die Bache viel Nachwuchs bekommt. Problematisch: Steigt die Zahl der Tiere, ist mit Schäden zu rechnen. In Heimbach sollen Wildschweine durchs Dorf gezogen sein, verwüsteten die Gärten, sagt Dahmen.

Der Jäger sorgt dafür, dass die Population im Gleichgewicht bleibt. Mit Konsequenzen, wenn er der Aufgabe nicht nachkommt. So muss ein Wildschaden vom Pächter übernommen werden. Ziehen Wildschweine durch Felder, können Teile der Ernte dahin sein. Hier sind die Jagdpächter verpflichtet, den Bauern Entschädigungen zu zahlen. Und das kann teuer werden.

Die Sophienhöhe ist ein künstlicher Berg. Da stellt sich die Frage: Wie kommen sie dahin? „Die haben sich selbst umgesiedelt“, sagt Dahmen. Früher seien die Bürgewälder mit ihren Eichen das Refugium gewesen. Die Sophienhöhe liegt keine zwei Kilometer entfernt, die Strecke von zwei Kilometern sei für die Tiere ein Klacks. Wildschweine sind ausdauernde Läufer, können in einer Nacht bis zu 30 Kilometer zurücklegen.

Um die Population stabil zu halten, müssen 80 Prozent der Nachgeburten erlegt werden. Das sei das Mindestmaß. Gejagt wird in der Nacht.

Überraschend ist, dass viele Tiere von Autos angefahren werden. „Rund 200 bis 250 Wildschweine werden im Laufe des Jahres totgefahren“, sagt Dahmen und bezieht sich damit auf die Region um die Sophienhöhe. Die toten Tiere dürfen nicht verarbeitet werden. Geschossene Wildschweine werden veterinärmedizinisch untersucht.

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