Der nächste Baustein in der Rettung der Kommende

Von: jan
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Roland Tauber (l.) überbringt den Förderbescheid an Guido von Büren (2.v.l.) und Günther Schorn (r.). Andre Bentz (3.v.l.) von der Westdeutschen Lotterie überzeugte vor Ort vom Fortschritt. Foto: Guido Jansen

Siersdorf. Ein weiterer wichtiger Stein ist gesetzt beim Wiederaufbau der Ruine des Herrenhauses der Siersdorfer Kommende. Wie schon im vergangenen Jahr unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) die Arbeit des Fördervereins mit 20.000 Euro.

Roland Tauber von der DSD überbrachte jetzt den neuen Fördervertrag. „Unsere Stiftung stellt sehr hohe Anforderungen“, sagte Tauber. „Fördermittel von uns zu erhalten ist auch ein Prädikat“, erklärte er weiter. Damit stimmte er kein Eigenlob für die privat organisierte DSD an, sondern auf die Folgen für Denkmäler. Viele andere Geldgeber orientieren sich laut Tauber an Urteil der Stiftung.

Das hat auch der Förderverein Kommende Siersdorf im positiven Sinn zu spüren bekommen. Insgesamt hat er in den vergangenen Jahren 642.000 Euro erhalten, um das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Herrenhaus des Deutschritterordens zu sichern. Ein Prädikat sei der neuerliche DSD-Fördervertrag auch, weil die Stiftung laut Tauber viele Anträge erhalte, aber vergleichsweise wenige Objekte unterstütze.

Am Ziel ist der Förderverein nicht. Denn das Gemäuer aus dem Jahr 1578 ist weiterhin eine Ruine. Aber der Verfall, der nach der Zerstörung Jahrzehnte lang ungebremst fortgeschritten war, ist weitgehend gestoppt. Das Herrenhaus steht mittlerweile sicher in seinen Grundfesten, die Bedrohung besteht nicht mehr, dass herunterfallende Bauteile zur Gefahr für Menschen werden könnten. Der Keller ist gesichert, genau so wie die Steine des Kranzgesimses oben.

Weil dieses Ziel erreicht ist, steht das Herrenhaus mittlerweile auch eingeschränkt für Besucher offen. Am Tag des offenen Denkmals am 13. September bietet der Förderverein Führungen durch die Ruine um 14, 15 und 16 Uhr an. DSD und der Förderverein richten an diesem Tag einen Infostand ein. Weitere offene Denkmäler in der Nähe sind die Zitadelle Jülich (11 bis 18 Uhr) und die Burg Engelsdorf (11 bis 17 Uhr).

„In den kommenden etwa zwölf Monaten geht es jetzt darum, etwas gegen den Verfall der Fassade zu tun“, sagte der Fördervereinsvorsitzende Guido von Büren und verwies auf die Baugerüste, die mittlerweile einen der vier Türme einfassen. Einen Folgeantrag für weitere Fördermittel seitens der DSD im kommenden Jahr hat der Verein bereits gestellt. Wichtig dabei sei laut Tauber, dass prüffähige Unterlagen vorlägen, die nachvollziehbar machen, wie der Fortgang des Wiederaufbaus verlaufen soll und was später für das Denkmal geplant sei.

Die Kommende soll Schritt für Schritt ertüchtigt werden, damit sie später ein öffentliches Zeugnis für das Wirken des Deutschritterordens ist. „Die Kommende mit den angrenzenden Gehöften und der Kirche ist das größte Zeugnis des Ordens in der Region“, betonte von Büren, der vermutet, dass die Renaissance-Anlage noch weiter strahlt, wenn die Rettung des Herrenhauses abgeschlossen ist.

Die DSD ist eine private Organisation. Ihre Mittel erhält sie von der Westdeutschen Lotterie, die jedes Jahr 640 Millionen Euro aus den Gewinnen der Glücksspirale an das Land ausschüttet.

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