Der Müll wird leichter - jedenfalls im Portmonee

Von: ojo
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Linnich. Es war eine der unaufgeregtesten Gebührendiskussionen seit Jahren in Linnich. Das lag in erster Linie daran, dass sie nicht stattfand. Weder im zuständigen Fachgremium dem Werksausschuss, noch im entscheidenden Stadtrat wurde debattiert oder gar um Erhöhung oder Senkung gefeilscht.

Die Maßgabe, dass Gebührenhaushalte dem Deckungsprinzip zu unterliegen haben, ließen der Verwaltung und der Politik ohnehin kaum freien Gestaltungspielraum.

Für die Verbraucher höchst erfreulich

Der Grad der Diskussion ist für den Bürger eigentlich auch von nachrangigem Interesse. Weit wichtiger ist die Frage: Wieviel muss ich für den Müll und das Abwasser, für die Straßenreinigung und den letzten Gang zum Friedhof bezahlen?

Um mit Letzterem zu beginnen: Das ist eine Frage, die erst im neuen Jahr beantwortet werden wird. Die Friedhofsgebühr ist nicht an Fristen gebunden, anders als Abfall- oder Abwassergebühren. Also darf sich der Kämmerer die Zeit nehmen, das Friedhofswesen gebührenmäßig später zu fassen. „Ich kann eine Gebührenanhebung nicht ausschließen”, hält sich Kämmerer Hans-Josef Corsten mit einer Prognose bedeckt.

In der Frage der Abwassergebühr ist die Antwort hingegen eindeutig und für alle Verbraucher der Stadt Linnich erfreulich. Die Abwassergebühr, die sich aus zwei Komponenten zusammensetzt, bleibt unverändert. Das Schmutzwasser schlägt mit 3,28 Euro/Kubikmeter zu Buche. Die Gebühr für das Niederschlagswasser beträgt 0,76 Euro/Kubikmeter. Hier wurde darauf verzichtet, eine errechnete Erhöhung der Gebühr um 1 Cent an die Verbraucher weiterzugeben.

Erfreulich ist die Gebührenlage an der Abfallfront. Dort ist gegenüber dem Vorjahr abnehmende Tendenz zu verzeichnen. Die Ausnahme bildet die kleine Biotonne. Sie verteuert sich alerdings auch nur moderat um 1 Euro auf nunmehr 116 Euro. Die kleine graue Tonne wird um fünf Euro billiger und kostet künftig 182 Euro, um fast 200 Euro günstiger wird die wöchentliche Abfuhr des 1,1-Kubikmeter-Containers.

Geteilte Kunde wird von der Straßenfront gemeldet. Die Straßenreinigungsgebühr bleibt bei 0,58 Euro pro Frontmeter. Dass es beim Winterdienst gebührenmäßig Erwärmendes geben würde, hat man angesichts der zu beobachteten Verhältnisse nicht wirklich erwarten dürfen. Schon bei der Erhöhung Anfang 2010 auf 1,35 Euro/Frontmeter war der Ansatz unter dem eigentlich Erforderlichen geblieben.

Die Hoffnung, das bestehende Defizit durch Einsparungen bei folgenden milden Wintern aufzufangen, hat sich zerschlagen. Um die Schere nicht weiter zu öffnen, wird die Gebühr für den Winterdienst deutlich angehoben und beträgt 2011 exakt 2 Euro pro Frontmeter. Wie bei der Niederschlagsgebühr wurde hier die eigentliche errechnete kostendeckende Gebühr um einen Cent abgerundet. Die weiteren Aussichten: Auch in den kommenden beiden Jahren ist mit keiner Verbesserung zu rechnen.
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