Der letzter Spross einer Adelsfamilie

Von: Adi Zantis
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Ein geschichtsträchtiges Wegekreuz mit charakteristischer Darstellung erinnert am Ende der Heidgasse in Siersdorf an Peter Tillmanns als letzten Angehörigen der Adelsfamilie „Francken-Siersdorpff“. Foto: Zantis

Siersdorf. Das Wegekreuz am Ende der Heidgasse in Siersdorf Richtung Freialdenhoven geht auf das 18. Jahrhundert zurück und weist in seiner geschichtlichen Bedeutung auch einen Bezug auf die aus dem Mittelalter bekannte Adelsfamilie „Francken-Siersdorpff“ auf.

Die verwitterte und fast unleserliche lateinische Inschrift lautet in der Übersetzung sinngemäß: „Am 18. Dezember des Jahres 1759 starb Peter Tillmanns, als Letzter abstammend von der Adelsfamilie Francken-Siersdorpff“.

Die Anfänge dieses Geschlechtes gehen zurück auf die Mitte des 16. Jahrhunderts, als etwa um 1550 der „Hamacher“ (Sattler) und Ackerer Franziskus Francken und seine Gattin Maria geb. Barwasser in Siersdorf lebten. Das Ehepaar hatte fünf Söhne, von denen zwei Priester wurden. Der älteste Sohn Heinrich studierte in Köln und promovierte zum Dr. theol. Er war Domherr der Kathedralkirche von Köln, Generalvikar der Kurfürstlich Erzbischöflichen Verwaltung, Kanzler der Kölner Universität und viele Jahre Leiter des Laurentianer Gymnasiums.

Schon zu Lebzeiten stiftete er ein Studienkapital für höhere Schüler seiner Familie. Sein Bruder Theodor, Universitätsprofessor und Syndikus der Stadt Köln, erreichte in höheren kurfürstlichen Ämtern, dass die Familie unter dem Namen „Von Francken-Siersdorpff“ geadelt wurde.

Recherchen

Eine Linie des Stammbaumes der ehemaligen niederländischen Königin Beatrix und auch des jetzigen Königs Willem Alexander geht zurück auf die Adelsfamilie der Freiherren von Francken-Siersdorpff, die wiederum zurückgehen auf einfache, rechtschaffene Handwerksleute, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Siersdorf beheimatet waren.

Nach Recherchen des verstorbenen Baesweiler Heimatforschers Hans Kunnes, einem gebürtigen Siersdorfer, gibt es auch im Sterbebuch der Siersdorfer Pfarre St. Johannes Baptist zum Wegekreuz in der Heidgasse einen Eintrag: „Am 18. Dezember des Jahres 1759 starb mit den Sakramenten der Kirche versehen und wurde begraben Petrus Tillmanns, der Letzte aus der Familie Francken-Siersdorf. Zum Gedenken wurde ein Kreuz am Weg nach Dürboslar errichtet.“

Das Kreuz war laut Kumes auch über 200 Jahre lang Anlaufstelle der Marienwallfahrts-Prozession für die Baesweiler Pilger auf dem Weg zur jährlichen Wallfahrt nach Aldenhoven. Auf Empfehlung des Heimatforschers wurde das Kreuz am 2. September 1986 in die Denkmalliste der Gemeinde Aldenhoven mit folgender Darstellung aufgenommen: „Ein ca. zwei Meter hohes Wegekreuz, hoher Blausteinpfeiler mit verwitterter Inschrift und abgeschrägter Deckplatte, darauf ein gusseisernes Kreuz mit feinen eingegossenen Ornamenten, Korpus abgängig. Bedeutend für die Geschichte des Menschen, erhaltenswert aus künstlerischen, wissenschaftlichen, besonders ortsgeschichtlichen sowie volkskundlichen Gründen.“

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