Der Lehrer des Jahres, nicht nur am Haus Oberbach

Von: Guido Jansen
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Seltene Ehre: Der Overbacher Biologie- und Chemielehrer Werner Decker ist zum Lehrer des Jahres gekürt worden. Foto: Guido Jansen

Barmen. Werner Decker hat jetzt verstanden, was die deutschen Fußballer gefühlt haben müssen, als sie im Sommer in Brasilien Weltmeister geworden sind. „Ich habe zumindest eine Ahnung“, sagt er. Denn Decker hat auch einen Titel gewonnen, mit dem er aber noch viel weniger gerechnet hat als die deutschen Kicker. Er ist zum Lehrer des Jahres gekürt worden.

Klaus-von-Klitzing-Preis heißt die Auszeichnung für den Mann, der am Gymnasium Haus Overbach Biologie und Chemie unterrichtet. „Ich habe nach dem Anruf erst mal etwas gebraucht, um zu realisieren, dass ich jetzt der beste von 200.000 Lehrern in Deutschland sein soll, die im „Mint“-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) unterrichten“, sagt der Preisträger. Mit 15.000 Euro ist der Preis dotiert. 10.000 Euro gehen an die Schule, 5000 Euro an den Mann aus Alsdorf.

Seit fast 30 Jahren unterrichtet Decker Biologie und Chemie am Haus Overbach. Die Motivation, mehr für Schüler zu machen als Unterricht stammt aus seiner eigenen Schulzeit. „Damals gab es die Blätter zur Berufskunde. Das war´s an beruflicher Orientierung“, sagt der 59-Jährige. Deswegen hat sich Decker entschieden, mehr zu machen, damit Schüler früher Interessen entwickeln.

Anja Groth, heute Biologie-Lehrerin am Haus Overbach und früher Deckers Schülerin, hatte ihn für den Preis nominiert. Und als er aufgefordert wurde, aufzuschreiben, was er zusätzlich zum Unterricht alles veranstaltet hat in fast 30 Jahren, da hatte Werner Decker ein kleines Aha-Erlebnis. „Da habe ich gemerkt, wie viel da zusammengekommen ist. Dreieinhalb Seiten lang ist die Liste.“

Darauf steht unter anderem die Photovoltaik-Anlage, die seit 2001 auf dem Dach der Schule Energie sammelt. Decker hat das Projekt in den Unterricht eingebaut, die Mittel beantragt und die Anträge gestellt. Fünf Jahre hat das gedauert.

Brief an Bill Clinton

In der Zeit fand die Welt-Klima-Konferenz im japanischen Kyoto statt. Mit einem seiner Kurse hat Decker 1997 einen Brief an den damaligen US-Präsidenten Bill Clinton geschrieben. Geantwortet hat der Vize-Präsident und heutige Friedensnobelpreisträger Al Gore.

Seit 2002 ist er Regionalwettbewerbsleiter bei „Jugend forscht“. Er betreut das Projekt MiLeNa (Mint Lehrer-Nachwuchs), bei dem ältere Schüler mit jüngeren arbeiten. „Bei den jüngeren Schülern wird so früher das Interesse an den Mint-Fächern geweckt. Und die älteren haben die Möglichkeit, herauszufinden, ob Lehrer für sie als Beruf interessant sein könnte“, sagt Decker.

Der Alsdorfer ist ein Netzwerker für seine Schüler. Er ist einer der Lehrer, die dafür verantwortlich sind, dass das Haus Overbach so gute Kontakte zu den führenden Forschungseinrichtungen in der Region hat, dass ein reger Austausch stattfindet.

Welches Projekt hat den Ausschlag für ihn als zehnten Klaus-von-Klitzing-Preisträger gegeben? Das wollte Decker von den Vertretern der Universität Oldenburg und der EWE Stiftung wissen, die hinter dem Preis stecken. „Sind Sie sich da mal sicher, dass es das Gesamtpaket ist“, lautete die Antwort.

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