Merzenhausen - „Der leckerste Spargel von ganz Deutschland“

„Der leckerste Spargel von ganz Deutschland“

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Spargelernte in Merzenhausen: Endlich kann es losgehen. Hier bei der Ernte zu sehen Bauer Heinz Steffens und Mitarbeiter.
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Spargelsaison im Jülicher Land: Spargelköpfe, Grüner Spargel, Spargelbruch und Spargel aller Klassen sind nun überall zu finden. Der Preis ist immer tagesabhängig, sagt Hans Steffens vom Merzbachhof. Foto: Mengel-Driefert

Merzenhausen. Heinz Steffens baut seit 22 Jahren Spargel an. In diesem Jahr spät. Noch nie habe er so spät geerntet. Ganze 14 Tage hat sich die Saison nach hinten verschoben. Nun heizen die Sonnentage dem Spargel ein, er fängt an zu sprießen. Heinz Steffens vom Merzbachhof in Merzenhausen ist froh: Endlich kann er seine Spargelstecher in den Einsatz schicken.

Sie kommen aus Polen und Rumänien, arbeiten seit vielen Jahren für ihn, stehen auf Abruf bereit. Für den Bauern ist das ideal, weiß er doch nie im Voraus, wann es los geht. Auf dem Feld gehen die Arbeiter durch die Reihen, in der einen Hand den Spargelstecher, in der anderen einen Korb.

Die Dämme sind mit einer schwarzen Folie abgedeckt. Ein Blick unter die Folie genügt: Sind die Spargelspitzen zu sehen, werden sie gestochen. Geerntet wird täglich. Wenn es richtig los geht – in ein paar Tagen – mit vier Mann, bis zu acht Stunden lang.

Spargelpflanzen werden nicht jedes Jahr neu gesetzt, erklärt Bauer Steffens. Sie werden 25 Zentimeter tief in die Erde gepflanzt, müssen zunächst zwei Jahre ruhen. Erst dann kann geerntet werden. Jedes Jahr aufs neue, zehn Jahre lang. Am Ende der Zeit werde der Ertrag weniger, dann stehe die Neuanpflanzung an. Im Aussehen ähnelten die Spargelpflanzen einer Spinne mit zehn bis zwölf Armen, sagt Steffens.

Wärme sei wichtig für das Wachstum, deshalb die schwarzen Planen. Sie heizen den Boden auf. Ohne gehe es in der Region nicht. Und eins ist sicher: „Hier, in der Jülicher Börde, gibt es den leckersten Spargel von ganz Deutschland“, sagt Steffens stolz. Das liege am guten Boden.

Sind die Temperaturen zu hoch oder der Spargelpreis tief, können die Planen umgedreht werden. Auf der anderen Seite sind sie weiß. So ist eine Wachstumssteuerung möglich. Geerntet wird einmal täglich. Der Ertrag liegt im Schnitt bei sieben bis acht Tonnen pro Hektar in der Saison.

Bis zum ersten Frost

Am 24. Juni ist dann Schluss. Wer wegen schlechter Witterung erst spät mit der Ernte beginnen kann, hat Einbußen im Ertrag. Nach hinten geschoben könne die Erntezeit nicht. Anschließend wird die Folie von den Dämmen abgenommen. „Wir lassen den Spargel bis zum ersten Frost wachsen“, so Steffens. Dann wird gehäckselt, das Feld wieder begradigt, im Frühjahr die Dämme mit der Maschine wieder aufgebaut.

Ist der Spargel auf dem Hof angekommen, legt der Bauer sie zur Kühlung in einen Wasserbehälter. Das ist wichtig, sonst wird er rötlich. Die Stangen liegen zwei bis drei Stunden im Wasser, nebenbei werden die Erdrückstände aufgeweicht. Auf einem Fließband schneidet die Maschine sie in Form – auf 16 Zentimeter –, wäscht sie, die Arbeiter sortieren sie.

Die Vermarktung findet bis zum 24. Juni im Hofladen oder auf dem Aldenhovener Markt statt. Zum Saisonende gibt es ein Fest.

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