Der kleinwüchsige Peter Dinklage erregt großes Interesse

Von: ptj
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Hochkarätiger Filmabend im Kulturbahnhof: Filmproduzent Dieter Zeppenfeld (l.) stellte sich den Fragen des fachkundigen Publikums. Moderator war Réné Blanche (r.), Leiter der Aachener Schauspielschule. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Wurden die Kopfstützen abgemacht, damit man besser filmen kann?“ Mit dieser Detailfrage an Filmproduzent Dieter Zeppenfeld traf der moderierende Réné Blanche, Leiter der Aachener Schauspielschule, den Nagel auf den Kopf.

Zum wiederholten Mal kamen Cineasten im Rahmen der Kooperation der Schauspielschule mit dem Kulturbahnhof in den Genuss einer Filmvorführung mit anschließender Diskussion mit einem Filmemacher.

Nach der erfolgreichen Premiere von „Elise“ und einem Gespräch mit Regisseur Wolfgang Dinslage flimmerte diesmal der im August 2015 in die Kinos gelangte Retro-Streifen „Taxi“ über die KuBa-Leinwand. Im Anschluss stellte sich der aus Aachen stammende Produzent Dieter Zeppenfeld, der auch schon in Jülich gedreht hat, den Fragen des fachkundigen Publikums.

Abgebrochene Ausbildung

„Taxi“ nach der Romanvorlage von Karen Duve, spielt in den 1980er Jahren im coolen Hamburger Taximilieu. Hauptdarstellerin Rosalie Thomass verkörpert die beziehungsunfähige 25-jährige Alex, die nach einer abgebrochenen Ausbildung nunmehr als Taxifahrerin zu ihrer eigenen Lebensplanung finden will.

Trotz ihrer Beziehung zu einem Kollegen verliebt sie sich in den kleinwüchsigen Marc. Dieser wird von keinem Geringeren als Peter Dinklage verkörpert, bekannt als Tyrion Lannister in „Game of Thrones“.

Mit Fragen bombadiert

Nach dem Abspann des Retro-Streifens mit Happy end bombardierten die Zuschauer Zeppenfeld mit Fragen: Wieso spielt diese Frau die Hauptrolle? „Wir waren alle der Auffassung, dass sie das kann.“ War Peter Dinklage von vornherein geplant?

„Es gibt nicht so viele kleinwüchsige Schauspieler“, entgegnete der Produzent. Nachdem das Filmteam in einer speziellen Agentur für Kleinwüchsige und Riesen nicht fündig wurde und gerade „Game of Thrones so richtig losging“, entschied man sich für Dinklage, trotz seiner sehr hohen Gage – worüber er keine näheren Angaben machen wollte.

Den Zuschauern gefiel das 1980er-Jahre Flair in „Taxi“, das „sehr gut rüber kam“. Entdeckt wurde aber auch ein „Filmfehler“ in Gestalt eines Hamburger Gebäudes, das in den 80er Jahren noch gar nicht stand. Zeppenfeld verwies auf die „wenigen scharfen Totalen“. Denn: „Wir haben sehr viel bauen und abdecken müssen.“

Charmantes Oeuvre

Was allerdings niemandem im Publikum aufgefallen war: „In zwei Szenen gab es Autos aus der Jetztzeit“. Was ihn besonders an dem Stoff gereizt habe, wollte Blanche wissen. „Ich kannte den Roman und habe fast alles gelesen, was Karen Duve geschrieben hat. Ich fand das charmante Oeuvre richtig toll“.

Angetan zeigten sich die Filmfans auch von der Tatsache, dass „ein amerikanischer Schauspieler in einem deutschen Film synchronisiert wurde“. Nach welchen Kriterien wurde eigentlich Dinklages Synchronstimme ausgewählt? „Wir wollten möglichst nah ran an seine tolle Originalstimme“.

Deswegen wurden die Szenen mit Thomass und Dinklage zunächst in Englisch gedreht, aber „es war nichts da“, es fehlte an Authentizität. Auf besonderes Interesse stieß die Szene, in der Alex sich mit ihrem Taxi überschlägt und einen Totalschaden verursacht. Zeppenfeld berichtete von „richtig langen Proben auf einer Rampe, die auf einer Seite höher ist, so dass der Wagen kippt“. Denn: „Ein Totalschaden hat nur eine Chance. Es war auch richtig schwer, jemanden zu finden, der bereit war, auf seinen Wagen zu verzichten“.

Zwei Frisch-Stücke in einem Film

Zeppenfeld, der auf Spielfilmebene nach „NeuFundLand“ mit „Zwei Leben“ den Durchbruch schaffte, arbeitet zurzeit an einem dritten Film, in dem zwei Stücke von Max Frisch „zusammengepackt werden“, und zwar die Filmskizze „Zürich Transit“ und das Theaterstück „Ein Spiel“. Man darf also gespannt sein...

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