Der Jülicher GroKo-Kandidat will sich emanzipieren

Von: -vpu-
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Frank Peter Ullrich (45) tritt für CDU und SPD bei der Jülicher Bürgermeisterwahl an. Foto: Uerlings

Jülich. Das Wort „gemeinsam“ zieht sich durch den Wahlkampf von Frank Peter Ullrich (45), und das ist wohl bewusst der roter Faden seit seiner recht ungewöhnlichen Nominierung. Der Mann aus dem Dürener Stadtteil Arnoldsweiler ist der gemeinsame Kandidat der beiden Koalitionspartner im Jülicher Stadtrat, von CDU und SPD.

Beide Mitgliederversammlungen in Jülich haben den Sozialdemokraten im März jeweils im ersten Wahlgang nominiert. Ungewöhnlich war das deshalb, weil es in NRW zwar einige „große Koalitionen“ auf kommunaler Ebene gibt, aber nur wenige diesen Weg gewählt haben. In der Union setzte sich Ullrich gegen drei Mitbewerber mit Mehrheit durch, dennoch war ein „Rumoren“ der unterlegenen Minderheit in der CDU nicht zu überhören.

Der Oberrechnungsrat, derzeit Prüfer beim Bundesrechnungshof in Bonn, sieht die beiden Mitgliedervoten nach eigenen Worten als sein Plus, will sich aber emanzipieren: „Ich habe die GroKo im Rücken, auch wenn ich mich später von ihr lösen muss, um die Verwaltung zu leiten.“ Dass seine Parteizugehörigkeit zur SPD auf Sicht vielleicht ein Problem werden könnte, glaubt Frank Peter Ullrich nicht: „Ich bin kein roter Bürgermeister, ganz sicher.“ Es sei im Sinne der dem Amt geschuldeten Neutralität wichtig, in erster Linie sachorientiert zu arbeiten.

Vordringlich ist für ihn in Jülich die Vermarktung des interkommunalen Gewerbegebietes Merscher Höhe und des größten innerstädtischen Neubauareals auf dem Gelände der alten Fachhochschule, „da hängt ganz viel dran“. Allein das Gewerbegebiet könne in einem Jahrzehnt Arbeitsplätze für bis zu 2000 Menschen schaffen. „Das bedeutet Steuereinnahmen, das stärkt das Gemeinwesen.“

Hier sieht Ullrich gegenüber der Situation heute auch ein stärkeres Betätigungsfeld für einen Bürgermeister: „Die Stadt muss aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen, wir müssen uns wieder bewerben um Firmen, Investoren und Familien. Wenn in Niederzier jemand etwas machen will, sitzt Peter Heuser (Bürgermeister/Anm. d. Red.) mit am Tisch. Das setzt einfach ein starkes Signal.“ In vergleichbarer Weise werde er auch vorgehen.

Er will im Falle einer Wahl eine „schlagkräftige und schlanke Verwaltung. Damit meine ich keinen Personalabbau, sondern eine Straffung der Strukturen“. Den Jülicher Haushalt mit seinen bekannten Problemen werde er genau unter die Lupe nehmen – angesichts eines aktuellen Defizits von 16 Millionen Euro. „Nur sparen geht nicht“, an manchen Stellen schon. Ullrich glaubt, „dass man den Brückenkopf-Park kostengünstiger betreiben kann“. Auf der Einnahmenseite sei es sein Ziel, „nicht die Steuern zu erhöhen, aber die Zahl der Steuerzahler“. Das soll durch die Gewerbe- und Baulandvermarktung gelingen. Zur Konsolidierung gehöre für ihn zudem, in allen städtischen Gebäude „den Handlungsbedarf zu identifizieren und den Verfall zu stoppen“.

Frank Peter Ullrich kam in (Düren-)Birkesdorf zur Welt, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er steht gern im Karneval auf der Bühne und engagiert sich ehrenamtlich im Deutschen Kinderschutzbund. Ullrich ist Mitglied der SPD und war in Dürener Ausschüssen seit 2009 kommunalpolitisch tätig. Ullrich hat in mehreren Behörden gearbeitet, seit 2010 ist er Oberrechnungsrat im Bundesrechnungshof in Bonn.

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