Der Hexenturm funktioniert nicht mehr

Von: Guido Jansen
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Leider kein Durchkommen durch den Hexenturm: Die Einzelhändler (v.l.) Jürgen Friedl, Joachim Halking, Ulrich Backhausen, Andreas Bersch und Anita Schaafhausen bitten die Kunden um Verständnis dafür, dass ihre Geschäfte derzeit schlecht zu erreichen sind. Foto: Guido Jansen
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Kaputter Hexenturm: Dieser Stein ist beim Zusammenstoß zerstört worden.

Jülich. Ein Lastwagen hat den Hexenturm gerammt. Ein Stein des äußeren Torbogens ist kaputt und muss ersetzt werden, ein weiterer ist so locker, dass er herunterfallen könnte. Deswegen ist der Weg in die Kleine Rurstraße dicht, schon seit über einer Woche. „Für uns ist das eine Katastrophe“, sagt Ulrich Backhausen, der Geschäftsführer von Backhausen Bürotechnik, das in der Grünstraße unmittelbar hinter dem Hexenturm ist.

Die Einzelhändler im Schatten des Hexenturms klagen seit einer Woche darüber, dass die Kunden wegbleiben. Zumindest die, die sonst mit dem Auto in den verkehrsberuhigten Bereich gefahren sind und kurz geparkt haben, um einzukaufen. Schlechte Nachrichten für die Einzelhändler: Die rot-weiße Sperrung bleibt vermutlich noch zwei Wochen bestehen. So lange dauert es nach Angaben der Stadt, bis der Schaden fachmännisch behoben ist.

Kunden bleiben weg

Die Kunden werden weniger. Deswegen hat Ulrich Backhausen im Moment etwas mehr Zeit, weil im Laden nicht so viel zu tun ist wie sonst. Er ist Vorsitzender des Vereins Kleine Rurstraße/Grünstraße, einem Zusammenschluss der Einzelhändler in der Nähe des Hexenturms.

Backhausen suchte am Dienstag das Gespräch mit den anderen Betroffenen. Und er stellte fest, dass die Geschäfte in seiner Nachbarschaft ebenfalls schlechter laufen als üblich. „Der vergangene Samstag war komplett tot. Normalerweise ist das unser stärkster Tag, weil die Kunden auf dem Weg zum Markt noch schnell hereinspringen“, sagt Andreas Bersch, der mit seinem Elektro-Geschäft an der Kleinen Rurstraße sitzt.

Das schnelle Hereinspringen funktioniert mit der gesperrten Durchgangsstraße nicht mehr. Auch der Hexenturm, sonst ein Eckpfeiler in Sachen Wirtschaftsförderung, funktioniert nicht mehr. „Wir haben viele Kunden, die nicht ortskundig sind“, sagt Jürgen Friedl, der Geschäftsführer von Aixtra Sport, direkt gegenüber von Elektro Bersch. „Dann sagen wir denen: Fahr einfach durch den Hexenturm, dann findest du uns. Denn den Hexenturm kennen auch die Kunden von außerhalb.“

Die Konsequenz: laut Joachim Halking vom Kinderhaus Halking seien viele Kunden verunsichert. Sie würden die ausgeschilderte Umleitung nicht finden, die sie auch jetzt noch vor die Türe der Geschäfte in der Kleinen Rurstraße und in der Grünstraße bringt. „Wir haben schon häufiger gehört: ich komme nicht durch, ich fahr wo anders hin“, sagt Halking.

Enttäuscht sind die Einzelhändler von der Informationspolitik der Stadt. Bis Dienstag wussten sie nicht, warum die Durchfahrt Hexenturm gesperrt ist und wie lange noch. „Zuletzt sind wir informiert worden, weil wegen Baumschneidearbeiten gesperrt werden musste. Das war so schnell vorbei, da habe ich gar nichts von gemerkt“, sagt Andreas Bersch. Diesmal habe es über eine Woche gedauert, bis die Einzelhändler Bescheid wussten. Am Dienstagmittag war Martin Schulz, der Beigeordnete der Stadt Jülich, bei Ulrich Backhausen und klärte über den Stand der Dinge auf.

Demnach ist ein Steinmetz beauftragt, einen Stein anzufertigen, der in den Torbogen passt. Das dauert allerdings. Die Unfallstelle musste vermessen werden. Danach erst konnte der Steinmetz den Stein bestellen. Die Lieferzeit dauert noch an. Wenn der Stein da ist, muss er noch beschlagen werden. Erst wenn das passiert ist, wird er eingesetzt und der zweite Stein wieder stabilisiert.

Derzeit sorgen eine Metallstrebe und ein Keil für Halt in dem gesperrten Bereich. „Wir haben natürlich Verständnis dafür, dass die Sicherheit vorgeht“, sagt Ulrich Backhausen. Zwei Wochen müssen die Einzelhändler mit weniger Kunden auskommen. Die Stadt hat zugesagt, alles zu tun, um die Sperrung so früh wie möglich wieder aufheben zu können.

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