„Der Galiläer“: Mehr als simple Begleitmusik

Letzte Aktualisierung:
14506792.jpg
Zu dem Stummfilm „Der Galiläer“ improvisierte Johannes Mayr auf der Orgel in der evangelischen Kirche in Linnich. Foto: Kròl

Linnich. Im Allgemeinen begleitet Johannes Mayr als Organist in der Domkirche Stuttgart den Gottesdienst oder unterrichtet seine Studenten an den Hochschulen in Stuttgart und Tübingen. Doch einen Namen hat er sich auch mit seinen Orgelimprovisationen zu alten Stummfilmen gemacht und damit zahlreiche Auszeichnungen errungen.

Zahlreiche Stumm- und Dokumentarfilme, angefangen bei den großen Werken von Charlie Chaplin und Buster Keaton bis hin zu Metropolis von Fritz Lang oder dem Dokumentarfilm „Sinfonie einer Großstadt“ von Walther Ruttmann, hat er begleitet. „Faust“, „Der Glöckner von Notre Dame“ und andere bekannte Werke und sogar als Mahnung für den Frieden den Dokumentarfilm über den ersten Weltkrieg hat er musikalisch untermalt.

In den Hochzeiten des Stummfilms war es üblich, dass ein Pianist den Film musikalisch untermalte, Mayr lässt diese Tradition wieder aufleben, allerdings ist sein Instrument die Orgel, was das Ganze noch spannungs- und eindrucksvoller wirken lässt.

Auf Einladung der evangelischen Kirchengemeinde war der Organist nun in Linnich zu Gast, wo er die schöne alte Barockorgel in der evangelischen Kirche am Altermarkt für seine Improvisationen nutzte. Um auch dem Ort gerecht zu werden, stand als Stummfilm Dimitri Buchowetzkis Monumentalfilm zum Leben und Sterben Jesu „Der Galiläer“ auf dem Programm.

Spannungsbogen

Gekonnt setzte der Organist sein Instrument ein, und wie er bereits im Vorfeld erklärte, nutzte er die Musik dazu, einen Spannungsbogen aufzubauen und das Publikum auf die Höhepunkte vorzubereiten. Auf das perfekte Timing, so erklärte er, kommt es dabei an und statt Notenblätter hat er ein Tablett vor sich, auf dem er den Film mitverfolgen kann.

„Ich darf der Handlung nicht hinterher spielen, muss also den Film genau kennen“, erklärte er. Dabei muss er sich natürlich auch auf die Möglichkeiten einstellen, die die Orgel bietet, und so ist dann auch jede Improvisation etwas anders. Und so wurde es für die Zuschauer und Zuhörer ein ganz besonderer und vor allen Dingen beeindruckender Kinoabend.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert