„Der Fischer und seine Frau” begeistert Jung und Alt

Von: ptj
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Das aufwendige Schattenspiel f
Das aufwendige Schattenspiel fesselt die Aufmerksamkeit der Kinder und Erwachsenen. Das Flötenensemble „Il flauto dolce” begleitet die Handlung. Foto: Jagodzinska

Jülich. Zum zweiten Mal ausverkauft war die Stadtbücherei zum Schattenspiel „Der Fischer und seine Frau”, frei interpretiert nach dem Märchen der Brüder Grimm. Jung und Alt waren am 11. November so begeistert von der Aufführung, dass der Wunsch nach einer Wiederholung laut wurde - diese wurde wieder donnernd beklatscht.

„Wie fängt denn so ein Märchen an?”, fragte Marlies Stechemesser die Kinder in ihrer Einführung. Die kannten sich natürlich aus: „Es war einmal...” Die weitere Handlung offenbarte sich aus dem gelungenen Schattenspiel der Akteurinnen Lila Szot, Brigitte Claasen und Helma Grünberg und den Dialogen der Protagonisten.

Musikalische Begleitung

In den Spielpausen oder begleitend zum Spiel „erzählten” die fünf verschiedenen Flöten Sopranino- und Sopranflöte, Alt-, Tenor- und Bassflöte des Ensembles „Il flauto dolce” mit den Spielerinnen Agnes Brodeck, Susanne Lehmann, Gabi Pirug und Marlies Stechemesser.

Interpretiert wurden das Irish-Folk-Stück „Foggy Dew”, das lettische Lied „Schwesterlein im Rosengarten” oder das Chanson traditionnelle „La laine des moutons”, letzteres sogar in vier verschiedenen Versionen. „Je kleiner die Flöte ist, um so höher kann sie spielen”, erfuhren die Anwesenden ganz nebenbei.

Was passierte dem Fischer und seiner Frau? Die beiden wohnten in einer kleinen Fischerhütte dicht am See. Alle Tage ging der Fischer angeln, während seine Frau Isebill die Beilagen zubereitete. Einmal hatte der Fischer einen Riesenfisch an der Angel, der ihn aber dringend bat, ihn leben zu lassen, weil er ein verwunschener Prinz sei. Sofort ließ der gutmütige Mann von ihm ab und ging mit leeren Händen zurück zu seiner Frau.

Als diese von dem verzauberten Prinzen erfuhr, forderte sie den Fischer auf, nochmal zurückzukehren und von dem geretteten Fisch ein neues Haus zu erbitten.

Obwohl der bescheidene Mann nichts wollte, kehrte er um und rief den Fisch in seinem süßen polnischen Akzent mit den Worten: „Manntje, Manntje, Timpe Te, Buttje, Buttje in der See, meine Frau die Isebill, will nicht so, wie ich gern will”.

„Was will sie denn?”, fragte der Fisch. Als der Mann stammelnd die Wünsche seiner Frau offenbart hatte, forderte der verwunschene Prinz ihn auf: „Geh nach Hause, sie wohnt schon in dem neuen Haus”.

„Jetzt will ich aber glücklich sein”, nahm sich Isebill vor, als sie das neue Haus und den wunderschönen Garten sah, aber dieser Vorsatz hielt nicht lange vor. Sie begehrte ein Schloss und wollte Königin sein. Obwohl ihr Mann sagte: „Aber liebe Frau, das ist doch nicht recht”, ging er zurück zum Fisch, der diesen Wunsch ebenfalls vermessen fand.

Aber aus Dankbarkeit für sein gerettetes Leben erfüllte er auch diesen.

Zwei Wünsche sind nicht genug

Als Königin langweilte sich Isebill sehr und wollte „etwas Größeres”. Sie schwankte zwischen dem Wunsch, Kaiserin oder Papst zu sein, und bestand schließlich darauf, „wie der liebe Gott sein zu wollen”. Doch mit einem Aufschrei: „Nein!”, wandte sich der Fisch von dem Mann ab, der dem Befehl seiner Frau erneut nichts entgegensetzen konnte. Als der Fischer nach Hause kam, wohnte seine Frau wieder in der Fischerhütte. „Was hab ich getan?”, schluchzte sie.

Auf Stechemessers Frage an die Kinder, was sie denn über Isebill denken, zeigte ein Kind demonstrativ den Daumen nach unten. Auf begeisterten Beifall folgte eine Einladung des Fördervereins ins Lese-Café der Bücherei: Hier winkten Knabbereien und Getränke wie Märchenspiele für Kinder und sogar ein Märchenquiz für Erwachsene, bei denen die Kinder sicher helfen konnten.
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