Der erste Lungentag im Krankenhaus weckt breites Interesse

Von: ptj
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Jülich. Angenehm überrascht zeigten sich die Veranstalter über die Resonanz des ersten Jülicher „Lungentages“: Das St. Elisabeth-Krankenhaus Jülich in Kooperation mit der Firma Novartis, der Praxis Physioness und der AOK Düren-Jülich. 80 bis 100 Menschen versammelten sich in der Eingangshalle des Jülicher ctw-Krankenhauses, um zunächst den Fachvorträgen zu lauschen.

Pneumologe und Internist Gerald Wilmsmann widmete sich dem schweren „Asthma bronchiale“, einer chronischen entzündlichen Erkrankung der Atemwege mit dauerhaft bestehender Überempfindlichkeit und anfallsweiser Luftnot. Fünf Prozent der Erwachsenen und sieben bis zehn Prozent der Kinder leiden daran.

Das Kernproblem ist die bronchiale Übererregbarkeit auf Medikamente, Reizgase, Farbstoffe, Infekte, Hausstaub oder Pollenallergie, aber auch körperliche Anstrengung, seelische Belastung oder Kälte, Hitze, Trockenheit. Therapiert wird medikamentös und/oder physiotherapeutisch, allergologisch oder etwa durch bronchiale Thermoplastie.

Dr. med. Klaus Hindrichs, Chefarzt der Chirurgie, referierte über die moderne Lungenchirurgie in Jülich. Erwähnenswert ist, dass „nahezu alle Versuche im Brustkorb an der Lunge zu operieren, scheiterten, weil der Lungenkollaps nicht beherrscht wurde“. Als Erster führte Professor Ferdinand Sauerbruch Operationen am offenen Brustkorb in der Unterdruckkammer durch.

Die eiserne Lunge ermöglichte als erstes klinisches Gerät die maschinelle Beatmung eines Menschen. Heute wird in einer Lungenoperation die Luftröhre aufgeteilt und seitengetrennt druckbeatmet. „Kein vernünftiger Mensch“ bekenne sich mehr zum einstigen Zigarettenwerbeslogan „Ich rauche gerne“. Lungenkrebs sei weltweit die häufigste Krebstodesart, zu 90 Prozent eine Folge des Zigarettenrauchens. Ist er diagnostiziert, ermittelt der Chirurg, ob der Tumor technisch und onkologisch operabel ist.

Des Weiteren verfolgten viele Menschen die Live-Vorführungen einer Bronchoskopie (Lungenspiegelung) und einer endobronchialen Ultraschalluntersuchung, kurz „Ebus“, beide am Modell.

Erstere wird zur Diagnose von Lungenerkrankungen und zur Behandlung der Atmungsorgane eingesetzt. Über den Mund des Patienten wird durch seine Luftröhre hindurch bis in die Hauptbronchien hinein ein flexibles Endoskop eingeführt. Die „Ebus“-Methode ist eine Kombination aus Bronchoskopie und Sonographie (Ultraschall). Mit einem Ultraschallknopf am Bronchoskop werden minimal-invasiv (schonend) die thorakalen (im Brustraum befindlichen) Lymphknoten untersucht.

Bei bösartigen Erkrankungen der Lunge ist es von großer Bedeutung, in Erfahrung zu bringen, ob sie vom Tumorgewerbe befallen sind.

Etliche Menschen strömten ebenfalls zum kostenlosen und ausgewerteten Lungenfunktionstest (Lufu) mit Arzthelferin Claudia Hensing und nahmen sogar längere Wartezeiten in Kauf. Die „Lufu“ steht stets am Anfang der Lungenuntersuchungen. Mittels eines Spirometers werden hier Mechanik und Gasaustausch der Lunge überprüft, womit Krankheiten im Frühstadium erkannt und ursächlich zugeordnet werden können.

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