Aldenhoven - Der amerikanische Soldat Michel Ernst hat „Friedenshoffnung aufgezeigt“

Der amerikanische Soldat Michel Ernst hat „Friedenshoffnung aufgezeigt“

Von: zts
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Rabbiner Bohrer würdigte in Aldenhoven den jüdischen US-Soldaten Michel Ernst als „Vorbild auf der Suche nach Versöhnung und Friedenshoffnung“. Foto: Zantis

Aldenhoven. Die Konfirmanden sorgten dafür, dass die jährliche Gedenkstunde für den amerikanischen Soldaten Michel Ernst und sein Schicksal als jüdischer US-Bürger in Aldenhoven wieder besonders eindrucksvoll verlief.

Der evangelische Pfarrer Charles Cervigne ging in der Begrüßung auf den außergewöhnlichen Lebenslauf des jüdischen US-Soldaten ein. Er sprach von „Friedenssehnsucht“, wie sie auch vor über 70 Jahren mit dem Leben von Michel Ernst deutlich geworden sei.

Die Konfirmanden stellten nach einem Besuch am Grab von Michel Ernst auf dem niederländischen Soldatenfriedhof in Margraten die Informationen in Abschnitten dar. Deutlich wurde auch die Aldenhovener „Adoption“ des Grabs von Michel Ernst als verpflichtendes Bekenntnis hervorgehoben.

Ernst wurde als Kind jüdischer Eltern in Polen geboren, flüchtete über Deutschland nach Frankreich und später von Spanien aus in die USA. Als US-Soldat kam Michel Ernst zu den Militäreinsätzen nach Großbritannien und mit dem legendären „D-Day“ im Vormarsch weiter nach Deutschland.

Aus den vielen Stationen von Michel Ernst ist bekannt, dass er als Dolmetscher mit deutschen Zivilisten und Bergleuten Kontakte hatte.

Dabei setzte er sich besonders auch für Flüchtlinge ein, bis er schließlich am 17. Dezember 1944 in Alsdorf durch einen Bombenangriff getötet wurde.

Erinnerung an Günther Schorn

Der Todestag von Michel Ernst ist eng verbunden mit dem jüdischen Chanukkafest. Die Zeremonie mit dem Anzünden des siebenarmigen Leuchters gestaltete im evangelischen Gemeindesaal der Aachener Rabbiner Mordechain Bohrer in hebräischer Sprache.

In der Darstellung des Rabbiners hat Michel Ernst „Versöhnung gesucht und Friedenshoffnung aufgezeigt“. Dabei erinnerte Bohrer auch an den kürzlich verstorbenen Günther Schorn, der sich in den jährlichen Gedenkfeiern in Aldenhoven als Ehrenwache in Bergmannsuniform mit der Grubenlampe engagiert hatte.

Auch in diesem Jahr hatten sich viele Teilnehmer zur Aldenhovener Gedenkstunde mit den zahlreichen Jugendlichen zusammengefunden. Die besinnliche Feier im Gemeindesaal wurde einfühlsam von Zarah Rosenbaum am Klavier begleitet.

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