Deponie soll auch Bauschutt aufnehmen

Von: gep
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Blick auf das Kieswerk und die Deponie: Hier soll künftig auch Bauschutt endgelagert werden. Foto: gep

Aldenhoven. Das Kies- und Abbruchunternehmen Davids, Geilenkirchen, will sein Deponiegelände in Aldenhoven aufstocken. Dort soll künftig auch eine Deponie der Klasse 1 betrieben. Derzeit befindet sich auf dem Areal eine Deponie Klasse 0, dort wird unbelasteter Boden unbefristet abgelagert. Die Deponieklasse I (DK I) umfasst dagegen nicht gefährliche Abfälle wie etwa Bauschutt.

Um diese künftig planungsrechtlich zulässig in Aldenhoven ablagern zu dürfen, muss der Regionalplan des Regierungsbezirks geändert werden. Dies wollen Davids und die Gemeinde gemeinsam tun. Das schlägt zumindest die Gemeindeverwaltung dem Bauverwaltungsausschuss vor, der am Donnerstag, 20. Februar, ab 18 Uhr darüber beraten wird.

Geplant ist eine DK I mit einer Gesamtkapazität von 3,5 Millionen Kubikmetern auf einer Fläche von rund 26 Hektar. Die „Mineralstoffdeponie Aldenhoven“ soll etwa 20 Jahre in Betrieb sein. „Stärkere Belastungen für die Umwelt und die Nachbarschaft resultieren daraus nicht“, erläutern die eingeschalteten Ingenieure der VDH Projektmanagement GmbH, Erkelenz.

Mülltourismus nach Brügge

Begründet wird der Antrag mit dem „erheblichen Bedarf“ an Ablagerungsmöglichkeiten für Bauschutt. Dies habe schon dazu geführt, dass Abfälle in europäische Nachbarländer verschifft worden seien. So sehe das Abfallwirtschaftskonzept des Kreises Düren, DK I-Abfall nach Brügge/Belgien transportiert werde. Dieser Müll-Tourismus, der „trotz administrativer Hürden“ stattfinde, könne aber nicht im Sinne einer ortsnahen und kostensparenden sowie einer langfristig ausreichenden Entsorgungssicherheit sein, betonen die VDH-Experten.

Eine zu erwartende deutliche Verschärfung der gesetzlichen Auflagen lasse erwarten, dass zwangsläufig Abfälle, die heute im Baustoffrecycling und im Landschaftsbau Verwendung fänden, zukünftig auf Deponien abgelagert werden müssten.

Im Regierungsbezirk Köln stünden zur Zeit noch sechs Deponien der Klasse I zur Verfügung, wobei auf vier, darunter im Tagebau Inden und in Alsdorf-Warden, nahezu ausschließlich Kraftwerksreststoffe eingelagert würden.

Für den DK I-Standort Aldenhoven sprächen, so die VDH-Ingenieure, dass es sich um die Erweiterung einer bestehenden Deponie handele, die „verkehrlich hervorragend angebunden sei, sich in einem „konfliktarmen Raum“ befinde, von der Öffentlichkeit akzeptiert werde und bereits über die erforderliche technische Infrastruktur verfüge.

Standort für Windräder

Auch könnten Synergieeffekte im Zuge der kommunalen Windpark-Planung auf dem Betriebsgelände und in seinem Umfeld erwartet werden, wenn leistungsstärkere Windräder (Repowering) installiert würden.

Erinnert wird darin, dass im Landesentwicklungsplan NRW Deponien als besonders geeignet für Windräder eingestuft werden.

Derzeit werden in der Aldenhovener DK 0-Grube, die zu rund 97 Prozent aus den Kreisen Düren, Heinsberg und Aachen sowie aus der Stadt Aachen angefahren wird, pro Jahr etwa 300.000 Tonnen Boden endgelagert. Davon bestehen den Angaben zufolge 120.000 Tonnen aus Boden und Steinen. Die restlichen Mengen sind Gemische aus Bodenaushub mit mineralischen Beimengungen (Beton. Ziegel, Keramik) in der Größenordnung von zehn Prozent und mehr. Wie es weiter heißt, werden unbelastete mineralische Abfälle wie Beto. Ziegel usw. recycelt und wiederverwertet, dabei dürfte es sich um etwa 35.000 Tonnen handeln.

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