Aldenhoven - Denkwürdiges Konzert der „Gregorian Voices“

Denkwürdiges Konzert der „Gregorian Voices“

Von: ptj
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Brillante Stimmen intonieren gregorianische Gesänge in der fast dunklen evangelischen Kirche Aldenhoven. Foto: Jagodzinska

Aldenhoven. Nur zwei Lichtstrahler erhellten das Kreuz in der abgedunkelten evangelischen Kirche Aldenhoven, als die „Gregorian Voices” gesenkten Hauptes in ihren braunen Mönchskutten mit weißer Kordel in den Chorraum einzogen.

Das Vokaloktett aus Bulgarien machte das Konzert alleine mit der Kraft seiner Stimmen und der Melodien mehrstimmiger greorianischer Gesänge und einstimmiger Choräle des 8./9. Jahrhunderts und des Mittelalters zu einem überwältigen Hörerlebnis.

Das Ensemble, dirigiert von Ivan Uzunov und künstlerisch geleitet von Georgi Pandurov, hatte sein Repertoire zweigeteilt. Die erste, längere Konzerthälfte war klassisch/gregorianisch gehalten, geprägt von spiritueller Tiefe.

Mit den marianischen Antiphonen „Ave Maria”, „Ave maris Stella” und „Salve Regina” aus der frühen Gregorianik legten die hervorragenden Sänger schon die Messlatte hoch. Einstimmig folgten etwa das „Deum verum” (wahrer Gott) oder die wunderschöne Hymne „Adoro te devote” (Gottheit tief verborgen) von Thomas von Aquin aus der Blütezeit der Gregorianik.

Ergreifend war das andachtsvolle, ebenfalls einstimmige Kyrie aus der „Missa Orbis Factor” und natürlich die orthodoxen sakralen, polyphonen Gesänge „Gospodi pomilui” (Herr, erbarme dich) aus unbekannter Feder und „Jertva Vecherniaya” von Pavel Chesnokov. Einziges Werk aus der Renaissance war der Kanon „Cantate Domino” von Heinrich Schütz, das einzige klassisch/moderne Stück das Requiem „Pie Jesu” von Andrew Lloyd Webber.

Mit dem „Ameno – era”, einem stimmgewaltigen Song mit erhabenem Tenorsolo aus einem New-Age Musical-Projekt stimmten die Sänger vor der Pause auf den zweiten Teil ein. Dieser war unter dem Titel „Gregorianik meets Pop” Klassikern der Popmusik im gregorianischen Gewand gewidmet. Ausgewählt waren geeignete, emotionale Pop-Songs wie „The Rose” von Amanda McBroom, die so oft gecoverten Stücke „Hallelujah” von Leonard Cohen, „Yesterday” von den Beatles, „Knockin’ on Heaven’s Door” von Bob Dylan oder „The Sound of Silence” von Simon & Garfunkel.

Nach jedem Song, und natürlich abschließend nach ihren Zugaben, ernteten die brillanten Sänger im franziskanischen Habit begeisterten Applaus.

Obwohl ihr demütiges Auftreten und ihre Aussprache in lateinischer und bulgarischer Sprache wesentlich besser zum klassisch/gregorianischen Teil passte als zu englischsprachigen Pop-Songs, kamen die Zuhörer in der gut gefüllten Kirche in den Genuss eines unvergesslichen Konzerts.

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