Denkmalstour: Zwischen Verfall und neuer Pracht

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Kirchberg. Zahlreiche kulturell und geschichtlich interessante Schätze, die unter Denkmalschutz stehen, liegen in Jülich im Verborgenen. Einige von ihnen zu erkunden, war Ziel der Exkursion des Bürgerbeirats nach Kirchberg und Bourheim.

In Kirchberg erklärten sich zwei Eigentümer von geschützten Bauten bereit, sie den Besuchern zu öffnen und zu erklären. Den Auftakt bildete ein Rundgang um die Villa Buth, eine einst prächtige Fabrikantenvilla im Stil der Neorenaissance. Hellmuth Eichhorn, Eigentümer der gleichnamigen Firma, erläuterte den hier besonders zahlreich erschienenen Besuchern die Geschichte der Villa und auch die Gründe für den allmählichen Verfall.

Um das eindrucksvolle Bauwerk zu sanieren, seien bis zu fünf Millionen Euro nötig. Angesichts der harten Konkurrenzsituation in der Papierbranche sei ein solcher Betrag nicht aufzubringen. Er bedauere das persönlich sehr, doch sei die Sicherung von mehreren hundert Arbeitsplätzen wichtiger. Die Besucher zeigten Verständnis für diese klare Aussage, wenngleich viele der Verfall des prächtigen Gebäudes mit Wehmut erfüllte.

Wenige hundert Meter entfernt erlebten die Besucher ein erfreuliches Beispiel für gelungenen Denkmalschutz beim Besuch von Wymarshof. Auch diese Eigentümerin, Susanne Weitz, empfing ihre Gäste persönlich, schilderte und erklärte die alte Hofanlage und das Herrenhaus nebst den Bauten aus mehreren Jahrhunderten. Mit einem gewissen Stolz konnte sie berichten, dass es ihr in Jahrzehnten gelungen sei ,mit großen Opfern und Einsatz schrittweise die Gebäude zu sichern, zu sanieren und modernen Nutzungen zuzuführen. Allerdings sei noch kein Ende der Arbeiten abzusehen.

Ein Höhepunkt dieses Besuches war für viele ein Rundgang durch den Park mit prächtigem altem Baumbestand und Wassergraben, der heute durch Grundwasser gespeist wird. Herzlich dankte Vorsitzender Wolfgang Gunia Hellmuth Eichhorn und Susanne Weitz für ihre Bereitschaft, ihr Anwesen für die Besucher zu öffnen.

Pfarrer Jöcken ließ es sich nicht nehmen, die Besucher persönlich durch „seine“ beiden Kirchen in Kirchberg und Bourheim zu führen und ihnen anschaulich und lebendig die Innenausstattung vorzustellen.

Dr. Peter Nieveler übernahm eine kleine Führung über den alten Friedhof um die Kirchberger Kirche. Einige alte Grabsteine und Grabplatten erinnern noch heute anschaulich an die alte Funktion des Platzes. Leider ist man nicht in allen Jülicher Ortsteilen mit den alten Friedhöfen so schonend umgegangen.

Angesichts des positiven Echos auf diese erste Denkmalexkursion kündigte Wolfgang Gunia an, dass weitere auf der Grundlage des Denkmalführers, den der Bürgerbeirat herausgab, folgen werden. Die nächsten Exkursionen werden wohl nach Koslar und Barmen führen.

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