Denkmalschutz wird missachtet

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Jülich. Auch der Jülicher Geschichtsvereins 1923 e.V. lehnt den Bau einer McDonalds-Filiale auf dem Hesselmann-Grundstück ab.

Diese städtebaulich sensible Stelle müsse „im Interesse des Denkmalschutzes und der Stadtentwicklung das Grundstück unbebaut bleiben”, erklärt der Verein.

Die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) Jülich bietet dieses rund 3500 Quadratmeter große Areal derzeit für 300 000 Euro an -als „Jülichs traditionelle Gastronomieadresse auf dem westlichen Rurufer”. Danach ist die Fläche, seit dem Abriss 2006 Teil des Brückenkopf-Parks, „besonders geeignet” für- Gastronomie, Hotel, Tagungs- und Veranstaltungsräume oder als Büroimmobilie.

Wie der Geschichtsverein erläutert, ist der napoleonische Brückenkopf am westlichen Stadteingang Jülichs ein herausragendes Baudenkmal mit überregionaler Bedeutung. Im Zuge der Landesgartenschau 1998 wurde die Anlage stadt- und feldseitig zu einem markanten Bestandteil einer qualitätsvollen Parkgestaltung aufgewertet, die nach Abriss der Reithalle und Umgestaltung des einstigen Exerzierplatzes zum Stadtgarten insbesondere auch Landesregierung und Denkmalpflege überzeugte.

Sanierung der Südbastion

Eine Bebauung im Stadtgartenbereich einschließlich Südbastion käme, wenn die Denkmalpflege dem überhaupt zustimmen sollte, aus Sicht des Vereins nur in Frage, wenn „dafür ein durchdachtes Gesamtkonzept vorläge und eine angemessene, qualitativ hochwertige Architektur zu erwarten wäre”. Beides setze entsprechende Vorarbeiten und ein qualifiziertes Ausschreibungsverfahren zur Investorensuche voraus.

Überdies stehe auch ein Konzept für die zukünftige Rolle des Brückenkopfes im Stadtmarketing aus. Die Lösung mit der McDonalds-Filiale sei der Weg des geringsten Widerstandes, der aber mit weitergehenden Problemen verbunden ist: Seit geraumer Zeit werde um die Finanzierung der längst überfälligen Sanierung der Südbastion gerungen. Ohne eine erneute substanzielle Unterstützung der Landesregierung sei diese Aufgabe nicht zu stemmen. Die Ansiedlung eines Fast Food-Restaurants stehe diesen Bemühungen entgegen, würden doch die Belange der Denkmalpflege, mit denen man bezüglich der Südbastion Fördermittel erhoffe, hier wissentlich missachtet.

Es wäre, so der geschäftsführende Vorstand des Vereins mit Guido v. Büren, Dr. Eberhard Graffmann, Barbara Scheidt und Michael Greve, notwendig, das Hesselmann-Grundstück der Stadt zurück zu übertragen. Das nähme der SEG den Vermarktungsdruck, und der Weg wäre frei, zu einer nachhaltigen Lösung für den gesamten Brückenkopf zu kommen.
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