Jülich - Denkmalschutz den Bürgern näherbringen

Denkmalschutz den Bürgern näherbringen

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Der „Deutsche Preis für Denkmalschutz 2015“ wurde dem Förderverein Festung Zitadelle Jülich zuerkannt. Foto: Wolters

Jülich. Unlängst lud der Förderverein Festung Zitadelle Jülich seine Mitglieder zur Jahreshauptversammlung. Vorsitzender Dr. Rüdiger Urban hielt Rückschau auf ein erfolgreiches Jahr, das sich in der 30-jährigen Vereinsgeschichte durch die Verleihung des „Deutschen Preises für Denkmalschutz 2015“ auszeichnet.

 Diese höchste Auszeichnung für den Denkmalschutz in Deutschland würdigt das langjährige, umfangreiche Engagement um das Jülicher Erbe der Idealstadtanlage der Renaissance. Dazu zählt auch die Restaurierung von bedrohten Baudenkmälern, die zur Geschichte Jülichs in enger Beziehung stehen.

So wurde die Fertigstellung der Restaurierung der historischen Vorhof-Brücke von Burg Engelsdorf sowie eines Freskofragmentes einer Kreuzigungsszene in der dortigen Ein-Mann-Kapelle berichtet. Das gemeinsam mit dem Jülicher Geschichtsverein herausgegebene Buch „Burg Nothberg in Eschweiler und die Pasqualinis“ widmet sich der Frage, inwieweit die renaissancezeitliche Modernisierung der Burg die Handschrift der Architektenfamilie Pasqualini trägt.

Neu aufgelegt wurde der bekannte reliefartige Bronzeguss des Stadtgrundrisses der Idealstadtanlage Jülich. Zusammen mit weiteren Jülicher Vereinen beteiligt sich der Förderverein am „LICHT(!)projekt Jülich“, bei dem zurzeit die Wiederherstellung der Beleuchtung der stadtseitigen Kanonenhöfe angestrebt wird.

Mit dem Rückenwind des Denkmalschutzpreises will der Förderverein verstärkt den Blick auf den Umgang mit dem historischen Erbe in Jülich richten. Während die Denkmalbereichssatzung das zu Bewahrende definiert, nämlich das Erscheinungsbild des Nachkriegswiederaufbaus auf dem renaissancezeitlichen Grundriss der Idealstadtanlage, ist der im Denkmalschutzgesetz NRW vorgesehene „Denkmalpflegeplan“ in die Zukunft gerichtet. Er würde die Rahmenbedingungen für den Umgang mit diesem Erbe in der künftigen Entwicklung der Jülicher Kernstadt benennen.

Daher setzen sich der Förderverein und der Jülicher Geschichtsverein bei Politik und Verwaltung für die Entwicklung eines solchen Denkmalpflegeplanes auch für Jülich ein. Da Denkmalschutz aber nichts ausrichten kann ohne die Akzeptanz in der Bevölkerung, will der Verein am 11. September, dem „Tag des offenen Denkmals“, auf dem Marktplatz die Themen Idealstadtanlage und Nachkriegswiederaufbau in den Mittelpunkt seines Standes stellen und mit Führungen, Literatur und einem neu erstellten Faltblatt informieren.

Die Vorstandswahlen bestätigten Dr. Rüdiger Urban als Vorsitzenden, Conrad Doose und Walter Maßmann als seine Stellvertreter, Dr. Gerhard Kolb als Kassierer sowie Mariele Egberts als Schriftführerin. Auch neun der Beisitzer im Vorstand wurden wiedergewählt, zwei schieden jedoch nach über 25 Jahren auf eigenen Wunsch aus. So dankte Dr. Urban Hans Meyer und Siegfried Peters für ihre vielfältig engagierte Arbeit im Verein.

Hans Meyer, 21 Jahre stellvertretender Vorsitzender, steht insbesondere für die engere Verknüpfung der Denkmalpflege zwischen Zitadelle und Brückenkopf und ihre erfolgreiche Präsentation. Mit Siegfried Peters verlässt der überaus bewährte „Haus- und Hofphotograph“ des Vereins den Vorstand.

An die Mitgliederversammlung schloss sich ein hoch interessanter Geschichtsvortrag von Prof. Dr. Peters zum Thema: „Ein Leben in Zeiten des Umbruchs“ an. Anhand des Clemens Wenzeslaus Marquis und Reichsgraf von und zu Hoensbroech (1776–1844) zeichnete der Historiker das Verhalten eines wichtigen Vertreters des rheinischen Adels im Zeitalter des wiederholten Wechsels der gesellschaftlichen und politischen Systeme nach.

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