Den Street-Food-Fans wird der Genuss verwässert

Von: ptj
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Drei Tage wurde der Marktplatz zur Schlemmermeile, wo die Gäste des 2. Street-Fodd-Festivals auch ausgefallene Köstlichkeiten bei wenig einladendem Wetter probieren durften. Foto: Jagodzinska
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Insektenkoch Frank Ochmann (l.) fand für seine Kreationen wie „Krabbel Allerlei“ebenfalls interessierte Abnehmer, die sich gerne auf ein Fachgespräch über das Nahrungsmittel der Zukunft einließen. Foto: Jagodzinska
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Launisches Wetter: Unverzichtbares Utensil waren die Schirme, denn immer wieder gingen Schauer über das Street-Food-Festival auf dem Jülicher Marktplatz nieder. Foto: Jagodzinska

Jülich. Etliche Foodtrucks und Garküchen, darunter bewährte und neue Anbieter, präsentierten beim zweiten Street-Food-Festival im Herzen der Herzogstadt drei Tage lang die angesagte internationale „Street Food Scene“ aus Europa, Afrika, Südostasien, Südamerika und dem Orient.

Offeriert wurden den Leckerschmeckern unter vielem anderen „Pulled Pork Burger“ vom „Big-Gun-Schmoker“, am offenen Feuer gerösteter Lachs, Flammkuchen, Kartoffelspezialitäten wie gefüllte „Tater Tots“, Pastrami, Burritos, Tapas, Frozen Joghurts, Smoothies oder Crêpes-Spezialitäten.

Festessen für Vierbeiner

Auch für die Vierbeiner gab es ein Angebot, denn die Firma „Ani-fit“ lud erneut „alle Hunde und Katzen zum Festessen aus natürlichen Rohstoffen ein“. Am Abend verfolgten viele Besucher unter ihren Regenschirmen die Live-Konzerte aus den Musik-Genres Country und Rock auf der Bühne vor dem Alten Rathaus und bewegten sich im passenden Rhythmus dazu.

„Das Insekt ist das Nahrungsmittel der Zukunft“. Das sagte Frank Ochmann, der seit 14 Jahren auf Street Food Festivals als Insektenkoch unterwegs ist und sich damit bereits einen Namen gemacht hat. „Ja, es läuft gut. Die Leute sind interessiert“, fügte er hinzu, während er etwa Mehlwürmer mit Meersalz und Limette, Schwarzkäferlarven mit Ingwer und Chili oder Mittelmeergrillen mit Kräuteröl und Knoblauch an den Mann bringt, allesamt „schön crunchy“ in heißem Öl gebraten.

Als Probierschälchen wird gerne „Krabbel Allerlei“ genommen. Krönung der Insektenküche ist die Wüstenheuschrecke, die einzeln genauso teuer ist wie eine Portion Mehlwürmer. „Ein Kilo Mehlwürmer kann man zu 100 Prozent essen“, betonte Ochmann und bezog sich damit auf den Themenkreis um Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung.

Im Vergleich werden unglaubliche 15.000 Liter Wasser für die Produktion von einem einzigen Kilo Rindfleisch verbraucht. Zudem liefern Insekten reichlich Eiweiß, wichtige Mineralien und ungesättigte Fettsäuren.

Indem er die Krabbeltierchen in ihrem ursprünglichen Zustand belässt, erreicht Ochmann, dass sich die Festival-Besucher mit dem Lebensmittel auseinandersetzen. Und wie schmeckt es? „Lecker“ betonte ein Besucher, der sich die Insektenspeise mit seinem interessierten Sohn teilte. „Lecker natürlich“, schlug Sandra Breuer, Schriftführerin der ausrichtenden Jülicher Werbegemeinschaft, in die selbe Kerbe.

Alleinstellungsmerkmal

Der zweite Stand mit Alleinstellungsmerkmal gehört Alice und Addi Fassbender aus Würselen. Sie sind erst seit Mai im Geschäft und bieten orientalische Speisen an, allesamt vegan. „Wir finden nachgekochte (Ersatz-) Fleischprodukte nicht so gelungen“, erklärte Addi Fassbender auf Anfrage.

Weil die orientalische Küche über eine jahrhundertelange Tradition an vegetarisch/veganer Esskultur verfügt und Ehefrau Alice ein Faible für den Orient hat, haben die Fassbenders etwa „opulente Orientwraps“, Kichererbsensalat oder „Pakoras“, das ist Gemüse in Kichererbsenteig, frittiert mit Tomatenchutney oder Minzjoghurt, im Angebot.

Auch „die Frischlinge“ freuen sich über stetig steigendes Besucherinteresse. Eventveranstalter Manfred Beaumart vom „Street Food Event Aachen“ und die kooperierende Jülicher Werbegemeinschaft werden sicherlich besseres Wetter und damit verbunden höhere Besucherzahlen bei der zweiten Auflage erwartet haben.

Doch betrachtet man die Jülicher Beteiligung bei Berücksichtigung der Wetterkapriolen, darf man dennoch von einem Erfolg sprechen.

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