Jülich - Den Stadtwerken ist wegen der partiellen Sonnenfinsternis nicht bange

Den Stadtwerken ist wegen der partiellen Sonnenfinsternis nicht bange

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Auch der Solarpark Inden, hier ein Bild von der Montage im Jahr 2011, drosselt zeitweise seine Stromproduktion. Foto: Wolters

Jülich. Ein seltenes Ereignis bewegt zurzeit nicht nur die von Astronomie begeisterten Menschen, sondern auch die Stromversorger in ganz Europa: die partielle Sonnenfinsternis am Freitag. Sie wird zwischen 9.30 und 12 Uhr stattfinden und bewirkt, dass 80 Prozent der Sonne vom Mond verdeckt werden.

„Für uns Stromversorger ist diese partielle Sonnenfinsternis eine große Herausforderung“, erläutert Jürgen Söbbing, Technischer Leiter der Stadtwerke Jülich GmbH (SWJ). Er bereitet sich gemeinsam mit seinen Mitarbeitern sorgfältig darauf vor, dass die Jülicher Bevölkerung von den Auswirkungen auf das Stromnetz so wenig wie möglich mitbekommen werden. „Alle notwendigen Maßnahmen werden ergriffen werden“, betont er.

Wetterabhängige Varianten

Denkbar sind mehrere wetterabhängige Varianten: Wenn am Freitag die Sonne intensiv von einem wolkenlosen Himmel scheint, werden durch die Finsternis in ganz Deutschland ab 9.30 Uhr fast ein Drittel des Stroms, der von Photovoltaik-Anlagen eingespeist wird, sehr schnell vom Netz gehen. In der zweiten Hälfte der Sonnenfinsternis, etwa ab 10.42 Uhr, werden wegen der dann höher stehenden Sonne bis zu 19 Gigawatt in kürzester Zeit wieder ins Netz gespeist werden. 19 Gigawatt entsprechen einer Leistung von 19 Großkraftwerken.

„Hier gilt es, das Netz zu schützen“, erklärt Willi Blick, SWJ-Leiter Netzbetrieb. Es kann bedeuten, dass der Netzbetreiber Westnetz, der auch die SWJ beliefert, die Einspeisung der Photovoltaik-Anlagen bereits vorher ganz oder teilweise abschaltet und sie nach Beendigung der Sonnenfinsternis erst wieder sukzessive anfährt. Damit kommt es nicht zu diesen extremen Schwankungen. „Viel hängt vom Wetter am Freitag ab“, weiß Jürgen Söbbing.

Deshalb wünschen sich die SWJ-Mitarbeiter einen bewölkten Himmel oder Regen. „Dann wird die partielle Sonnenfinsternis keine – oder zumindest nur wenige – Auswirkungen auf die Stromversorgung haben.“ Denn bei bewölktem Himmel ist die Stromeinspeisung durch die Photovoltaik-Anlagen gleichmäßiger. So bewirkt die Sonnenfinsternis keine großen Schwankungen.

Die nächste Beobachtungsmöglichkeit für eine partielle Sonnenfinsternis in Deutschland gibt es am 25. Oktober 2022. Eine totale Sonnenfinsternis über Europa erfolgt erst am 12. August 2026, über Deutschland sogar erst am 3. September 2081.

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