Den Meistertitel wieder vor der Nase weggeschnappt

Von: Jörg Sauer
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Am Samstag Jülichs bester Spieler: Martin Allegro. Für den Sieg reichte es im Spiel gegen den TSV Bad Königshofen aber nicht. Foto: Jörg Sauer

Jülich/Würselen. Nach zwölf Spielen ohne Niederlage ist am Samstagabend die grandiose Erfolgsserie des TTC Indeland Jülich in der 2. Tischtennis-Bundesliga gerissen. Besonders bitter dabei ist nur, dass – genau wie in der vergangenen Saison – der TSV Bad Königshofen dem TTC in einem Spiel mit finalem Charakter den Meistertitel quasi vor der Nase wegschnappte.

Diesmal verloren die Indeländer mit 3:6 und verschafften den Unterfranken somit drei Spieltage vor Saisonende einen Vorsprung, den die Jülicher im Grunde nur noch rechnerisch einholen können.

„Ich gehe nun davon aus, dass Bad Königshofen die Meisterschaft gewinnt“, sagte TTC-Cheftrainer Miroslav Broda ernüchtert. Jülichs Coach sah vorgestern Abend in der erstklassig hergerichteten Elmar-Harren-Halle in Würselen, in der der TTC erstmals ein Heimspiel austrug, nur wenige Glanzpunkte seiner Mannschaft.

Durchweg brillant war allerdings die Leistung von Martin Allegro. Der junge Belgier war am Samstag Jülichs bester Spieler; er bot dem bärenstarken Mizuki Oikawa lange Zeit Paroli. Er führte nach drei Sätzen gegen Japans Juniorenmeister und war im letzten Durchgang nur zwei Punkte vom Sieg entfernt. Auch in seinem zweiten Einzel wartete ein echtes Großkaliber auf Allegro: Das Bad Königshofer Eigengewächs Kilian Ort gehört wohl zu Deutschlands talentiertesten Nachwuchshoffnungen, er ist auf dem Sprung in die Deutsche Nationalmannschaft und gewann zuletzt sogar Silber bei der Deutschen Meisterschaft im Herren-Doppel.

Es sah zunächst nach einem deutlichen Sieg für Ort aus, doch Allegro stellte sich nach zwei Sätzen immer besser auf das Spiel des jungen Deutschen ein, agierte wesentlich druckvoller und aggressiver, wehrte zwei Matchbälle ab und siegte im besten Spiel des Abends mit 3:2. Obwohl Jülich zu diesem Zeitpunkt schon fast mit dem Rücken zur Wand stand, erreichte die Stimmung in der gut besuchten Elmar-Harren-Halle nun ihren Siedepunkt.

Lauric Jean war derweil bemüht, blieb aber, mit Ausnahme seines Doppels an der Seite von Allegro, eher blass. Gegen Oikawa und Ort unterlag er jeweils in vier Sätzen. „Ich bin momentan in einer schwierigen Phase. Letzte Saison war ich einer der besten Spieler in der Liga. Nun hat mich seit einigen Wochen ein bisschen das Selbstvertrauen verlassen. Das habe ich heute zu spüren bekommen“, so der enttäuschte Spitzenspieler des TTC.

Yoshihiro Ozawa kam wegen seiner Formkrise nur im Doppel an der Seite von Hermann Mühlbach zum Einsatz und blieb dort hinter seinen Möglichkeiten zurück. Auch Mühlbach erlebte schon bessere Tage im Trikot der Indeländer. Gegen die gut aufspielenden Zeljko und Vyborny hatte er nach vier Sätzen ebenfalls das Nachsehen. „Zeljko hat deutlich stärker gespielt als noch in der Hinrunde und gegen Vyborny sieht man sehr leicht schlecht aus. Er hat viel Ballgefühl, ist enorm sicher, platziert gut und hat einen unangenehmen Schnitt in seinen Bällen. Ich kann mit meinem Abschneiden nicht zufrieden sein“, so Mühlbach.

Peter Sereda agierte im Rahmen seiner Möglichkeiten, zeigte eine kämpferisch gute Leistung und schlug, nach einem 0:2-Rückstand, den Tschechen Richard Vyborny. Unter dem Strich gibt der TTC, spätestens nach dieser 3:6-Niederlage, verdient die Tabellenführung an die homogenere Mannschaft vom TSV Bad Königshofen ab.

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