Demonstration: Bunt ist wieder Trumpf auf dem Linnicher Kirchplatz

Von: Otto Jonel
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Sie kündigen ein buntes Programm an: (v.l.) Emmanuel Ndahayo, Karl Panitz, Sonja Bischoff und Lutz Neuefeind. Foto: Otto Jonel

Linnich. Selbst ohne den gesellschaftspolitischen Hintergrund wäre es ein bemerkenswertes Fest. Was der Initiativkreis Asyl Linnich und das Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt auf die Beine gestellt haben, ist aber eben wegen des Anlasses um so bemerkenswerter.

Der Demonstration der „Bürger stehen auf“ unter der Parole „Ihr lügt, wir handeln – jetzt erst recht“ wird – wie im vergangenen Jahr – ein bunter Kontrapunkt gesetzt, diesmal auf dem Kirchplatz St. Martinus.

„Wir haben ein gutes Programm auf die Beine gestellt“, sagt Dr. Sonja Bischoff vom Initiativkreis in der Hoffnung, dass diese Gegenveranstaltung viele Linnicher zum Kirchplatz zieht und „dass es möglichst wenige Schaulustige gibt“, die dem Zug der „Bürger stehen auf“ eine willkommene Kulisse bieten.

Lutz Neuefeind, der in der Innenstadt von Haus zu Haus ging, ist in dieser Hinsicht guter Dinge. Viele, sagt er, wollten dem Appell „Schotten dicht“ folgen, mit heruntergelassen Rollos den Demonstranten gleichsam die kalte Schulter zeigen und zum Kirchplatz kommen. Fast alle Geschäftsleute, die Ärzte und Apotheken in der Innenstadt haben die Plakate und Flugblätter der Gegendemonstration aufgehängt und ausgelegt. „Es ist wirklich schön, Linnich so bunt und offen zu sehen“, freut sich Neuefeind. Er setzt seine Tour am Donnerstag fort.

Ab 13 Uhr

Bunt ist das Stichwort des Ablaufplans auf dem Kirchplatz. Ab 13 Uhr werden sich im steten Wechsel Redebeiträge und Kulturelles die Bühne teilen. In Toni Schunck aus Welz wurde ein versierter Moderator gefunden. Karl Panitz vom Dürener Bündnis und Sonja Bischoff vom Initiativkreis Asyl werden den Hintergrund der Aktion „Linnich ist bunt – Gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ erläutern. Weitere Redebeiträge steuern Linnichs Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker (SPD) und ihr Titzer Amtskollege Jürgen Frantzen (CDU) bei, ebenso wie Oberpfarrer Stefan Bäuerle.

Von der politischen Prominenz haben sich die Bundestagsabgeordneten Dietmar Nietan (SPD) und Oliver Krischer (Grüne) angesagt. Ebenfalls ans Mikrofon treten wird der Linnicher Emmanuel Ndahayo (Bündnisgrüne), der nicht nur Mitglied des Dürener Bündnisses ist, sondern auch Vorsitzender des Integrationsausschusses des Kreises Düren.

Die kulturelle Auflockerung an diesem Nachmittag kann sich buchstäblich hören lassen. Den Auftakt macht die Kölsch-Rock-Band „Jet bliev“. Schon Lokalmatador-Status haben die Acoustic-Punker „Herr Miesepeters“ und vor allem der Linnicher Bernhard Gerards mit Band. Ebenfalls keine Unbekannten im Jülicher Raum sind die beiden Trommler Kader-Camara als „Kader‘s African Drums“. Alle Künstler treten ohne Gage auf.

Den auswärtigen Teilnehmern empfehlen die Organisatoren die Anfahrt zur Veranstaltung auf dem Kirchplatz über Rurdorf und den Zugang über die Ostpromenade am Krankenhaus vorbei.

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