Dem Ziel so nah und doch abgefangen

Von: Jörg Sauer
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Alle Anstrengung half nichts. Gegen Lars Hielscher hatte der Leitwolf des Jülicher Teams, Jörg Roßkopf (Bild), am Ende das Nachsehen. Foto: Kròl

Bremen/Jülich. Nach Jülichs 2:3-Niederlage am Sonntag in Bremen sind nun alle theoretischen Chancen auf den im Vorfeld ohnehin utopisch erscheinenden Einzug in die Play-Off-Runde gestorben. In dem dramatischen Duell der Tabellennachbarn zogen die Indeländer, zunächst mit einer luxuriösen 2:0-Führung im Rücken, nach fast drei Stunden Spielzeit gegen Werder den Kürzeren.

Vor dieser Partie machten sich die Experten Gedanken über die größte Brisanz dieser Begegnung: Nach Gönnerns 0:3-Niederlage am Samstag in Fulda war definitiv klar, dass keine der beiden Mannschaften in die Play-Offs einziehen wird. Damit blieb noch der Kampf um die eher unspektakulären Plätze sechs bis acht.

Aber der wirkliche Reiz dieser Partie lag darin, dass das komplette Team des SV Werder Bremen vor gar nicht langer Zeit in Diensten des TTC Jülich stand und im Hinspiel eine derbe Niederlage vom Ex-Arbeitgeber (damals in der Arena des Kreises Düren) einstecken musste. Die Norddeutschen hatten also das Bedürfnis, sich für diese Schlappe zu revanchieren.

Doch zunächst sah es gar nicht danach aus: Der Jülicher Paul Drinkhall, der sich im Laufe der Saison vom Sorgenkind zum Siegspieler entwickelt hat, gewann das Eröffnungseinzel nach grandioser Leistung mit 3:2 gegen Seiya Kishikawa und brachte die Gäste mit 1:0 in Führung.

Auch Taku Takakiwa dominierte gegen den niederländischen Nationalspieler Trinko Keen. Der Japaner gewann den ersten Satz deutlich und führte im zweiten bereits mit 10:8. Danach kam Keen immer besser in Fahrt: Der Blondschopf drehte den zweiten Satz und gestaltete die Partie offen. Doch Takakiwa behielt die Nerven und gewann den dritten und fünften Satz in der Verlängerung und brachte den TTC Indeland mit 2:0 in Front.

Nun sollte Leitwolf Jörg Roßkopf gegen Lars Hielscher den Schlusspunkt setzen und zwei Punkte für die Gäste eintüten. Denkste! Rossi, der im Hinspiel Hielscher noch mit 3:1 geschlagen hatte, ging diesmal leer aus. Der erste Satz war zwar knapp, aber in den beiden folgenden Durchgängen setzte sich Hielscher gegen Ende deutlich ab und verkürzte auf 1:2. „Ich habe zwar im Hinspiel gewonnen, aber Lars ist ein unangenehmer Spiel, der heute sehr stark gespielt und schließlich auch verdient gewonnen hat”, zollte Roßkopf dem Gegner Respekt.

Im Duell der beiden japanischen Nationalspieler zog Jülichs Takakiwa gegen Bremens Kishikawa den Kürzeren. Die Führung war somit egalisiert und im Schlussdoppel wurde es sehr schwer für die Herzogstädter, denn das eher unerfahrene Doppel Rosskopf/Drinkhall stand dem starken, eingespielten Gespann Keen/Hielscher gegenüber. Die Jülicher starteten jedoch bombastisch ins finale Match, aber im weiteren Verlauf spielten sich die Bremer in einen Rausch, so dass die Indeländer im fünften Satz schließlich mit 2:11 unter die Räder kamen.

Wenn der TTC in dieser Saison noch mehr als den vorletzten Platz erreichen will, sollte heute um 19 Uhr in der Jülicher Nordhalle beim fast bedeutungslosen Derby gegen Rekordmeister Borussia Düsseldorf ein Sieg herausspringen. Und Jülichs Chancen stehen nicht schlecht, weil der bärenstarke Timo Boll für weitere schwierigen Aufgaben geschont werden soll und Dimitrij Ovtcharovs Einsatz verletzungsbedingt zumindest gefährdet ist.
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