Dem Schlaganfall auf der Spur: Bund fördert Jülicher Forscherin

Von: hfs.
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Dr. Simone Vossel erläuterte ihrem Besucher aus Berlin, Staatssekretär Thomas Rachel, sowie Vorstandsmitglied Karsten Beneke (v.l.) am Computer die räumlichen Wahrnehmungsstörungen, zum Beispiel nach einem halbseitigen Schlaganfall. Foto: hfs.

Jülich. Die selektive Wahrnehmung ist ein psychologisches Phänomen, bei dem das Gehirn des Menschen nur bestimmte Aspekte der Umwelt wahrnimmt, andere hingegen ausblendet. Dabei spielen Symbole oder deren charakteristische Merkmale eine große Rolle.

„Selektive Aufmerksamkeit ist überlebenswichtig“, meint Dr. Simone Vossel, die sich als Leiterin einer Arbeitsgruppe am Institut für Neurowissenschaften und Medizin auf dem Campus des Forschungszentrums Jülich (FZJ) mit der Frage beschäftigt, welche Faktoren und Prozesse im Gehirn unsere Wahrnehmung und die daraus resultierenden Handlungen bestimmen. Eine Arbeit, die die Bundesregierung mit insgesamt 1,95 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren fördert.

„Ja, ich darf Ihnen genau 1,95 Millionen Euro Fördermittel überreichen“, meinte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, als er der staunenden Dr. Vossel den Bescheid überreichte. „Diese Förderung ist auch eine große Ehre“, so die junge Neurowissenschaftlerin, deren Arbeit eine von insgesamt fünf Projekten war, die aus insgesamt 95 Arbeiten ausgewählt worden waren.

Dem Schlaganfall auf der Spur

Dass nicht nur physikalische Eigenschaften von Sinnesreizen unsere Wahrnehmung bestimmen, ist bekannt, aber auch, dass diese zum Beispiel durch Erwartungshaltung beeinflusst wird. Das Gehirn lernt durch bestimmte Erfahrungen.

Doch die Forscher wollen das Verständnis für neuronale und neurochemische Prozesse verbessern, die bei diesem Lernprozess stattfinden. Dies besonders, da diese Prozesse bei einem Schlaganfall beeinträchtigt sind. Um mit der Beantwortung oder Erkenntnis bessere Heilungs- und Behandlungsmethoden zu erreichen. „Denn in der Analyse und Therapie solcher Erkrankungen sollen durch die Forschung neue Fortschritte zum Wohle der Gesellschaft erreicht werden“, erläuterte Rachel.

Der noch einen weiteren, nicht minder wichtigen Zweck der Förderung herausstellte. „Wir wollen erreichen, dass der Anteil weiblicher Forscher, auch auf dem Gebiet der Neurowissenschaft, die es in Führungspositionen schaffen, deutlich erhöht wird.“ Auch wenn sich in der Zeit von 2002 bis 2012 die Anzahl von weiblichen Professoren in Deutschland fast verdoppelt habe, würde bis jetzt nur jede siebte Professur mit einer Frau besetzt.

Zu wenig, meint die Bundesregierung und ermöglicht deshalb jungen Frauen wie Simone Vossel, an einer deutschen Forschungsinstitution ein langfristiges Forschungsprogramm zu leiten. „Es soll Ihnen die Möglichkeit geben, sich für die Übernahme einer Professur zu qualifizieren und sich auf diese Weise dauerhaft im Wissenschaftssystem zu etablieren.“

Den Willen, bis Ende 2017 jede dritte neu geschaffene wissenschaftliche Stelle im FZJ mit einer Frau zu besetzen, machte Karsten Beneke als stellvertretender Vorstandsvorsitzender bei seiner Begrüßung deutlich. „Da sind wir auf einem guten Weg“, sagte er. Bereits heute werden neun von 21 Nachwuchsgruppen von Frauen geleitet. Was Professor Dr. Gereon Fink als Institutschef noch spezifizierte. „Wir stellen davon an unserem Institut sechs Arbeitsgruppen, von denen die Hälfte von Frauen geleitet werden.“

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