DDR-Oldtimer auf Hochglanz gewienert

Von: bro
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Mitglieder der LG Stetternich (Mitte: Dirk Zimmermann, 2.v.l.: Daniela Zimmermann) posieren mit ehemaligen Uniformen aus der DDR (ganz links: Feuerwehruniform, ganz rechts: Polizeiuniform) vor Uwe Lütgehetmanns (3.v.l.) Löschgruppenfahrzeug LF 16-TS. Foto: Laura Broderius

Stetternich. Feuerwehr-Oldtimer sowie alte Feuerwehrausrüstung und -uniformen, aber auch alte Motorräder aus der ehemaligen DDR bekamen Interessenten am Samstag bei der 2. DDR-Behördenfahrzeugausstellung der Löschgruppe Stetternich der Freiwilligen Feuerwehr Jülich zu sehen. Sieben private Sammler präsentierten ihren auf Hochglanz gepflegten Stolz.

„Angefangen haben wir mit einem Fahrzeug“, erinnert sich Carsten Neumann, der auch bei der IFA-Kollektiv Rheinland aktiv ist. „Dann fanden sich immer mehr Sammler, die ihre Leidenschaft teilen wollten und bald hatten wir jede Menge Fahrzeuge zusammen.“ Man denke schon über einen Umzug der Ausstellung wegen Platzmangel nach, das Interesse sei groß.

Neumann selbst bezeichnet sich als eine Art Sprecher der Löschgruppe Stetternich. Wichtig sei ihm nämlich, dass es keine Ränge, keine offiziellen Leiter oder Beförderungen gibt. „Wir sind eine Interessengemeinschaft und das soll auch so bleiben. Vereinsmeierei stößt viele ab“, fasst er zusammen.

Ein Konzept, das auch IFA-Kollektiv Rheinland vertritt und dem auch die meisten anderen Sammler der Fahrzeugausstellung angehören.

Die Abkürzung IFA steht für Industrieverband Fahrzeugbau, der ein Zusammenschluss von Unternehmen des Fahrzeugbaus in der DDR war. Die Interessengemeinschaft besteht seit 2012 und organisiert regelmäßig ähnliche Veranstaltungen und Treffen, um die Sammlerleidenschaft aufrecht zu halten.

Einer von ihnen ist auch Dirk Zimmermann, der Technik-Experte der Löschgruppe Stetternich. Er selbst ist ebenfalls langjähriger Sammler. Seit seinem Eintritt in die Feuerwehr 1983 sammelt er Feuerwehrfahrzeuge und Ausrüstung. Mit der deutschen Wiedervereinigung legte er seinen Schwerpunkt auf die DDR. Die Sammlung umfasst mehr als 3500 Exponate aus den neuen Bundesländern, die aus dem Zeitraum von 1949 bis 1991 stammen.

Technisch und optisch haben sich die Feuerwehrfahrzeuge der BRD und der DDR damals allerdings nicht sonderlich unterschieden. Interessant sind aber manche Details: Daniela Zimmermann zeigt die Tragkraftspritze in einem Fahrzeug – statt der üblichen vier Trägervorrichtungen hat dieses Exemplar sechs.

Mit deutlich höherem Frauenanteil unter den Berufstätigen in der DDR war es notwendig, die fehlende Kraft zu kompensieren. Auch präsentiert Zimmermann alte DDR-Frauen-Uniformen. „Die gibt es bis heute noch nicht mal im Westen“, kommentiert sie. Sonst seien die Feuerwehrfahrzeuge bis heute ähnlich geblieben – einschließlich Feuerwehrschlauch.

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