Linnich - Dauerhaft Flüchtlingsunterkunft und Polizeitraining in Linnich

Dauerhaft Flüchtlingsunterkunft und Polizeitraining in Linnich

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Hier wird sich einiges ändern. Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker und Wilhelm Steitz von der Bezirksregierung (r.) beim Ortstermin mit dem Leiter der Flüchtlingsunterkunft, Bekim Maliqi.

Linnich. Zumindest die mittelfristige Zukunft des gewaltigen Areals zwischen der Rurdorfer Straße und der Rur in Linnich, das ehemals gänzlich von Polizeieinrichtungen belegt wurde, ist nun geklärt. Der heute noch von der Polizei genutzte rurnahe Bereich wird mit Millionenaufwand zur weiteren polizeilichen Verwendung ertüchtigt. Der Bereich der ehemaligen Polizeischule wird zur dauerhaften Unterkunft für Flüchtlinge ausgebaut – ebenfalls mit erheblichen Investitionen.

„Damit haben wir Klarheit, und wissen, dass das hier eine ,ZUE‘ wird“, blickte am Dienstag Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker auf das Gebäude vis à vis des Rathauses. In ihm und den angrenzenden Bauten waren Ende 2015 bis zu 700 Flüchtlinge untergebracht. Diese Verwendung ist nun festgeschrieben. Denn ZUE bedeutet nichts anderes als Zentrale Unterbringungseinrichtung.

„Es gab hier drei Projekte. Wir haben uns letztendlich darauf verständigt, die Flüchtlingsunterkunft zu erhalten und etwas gediegener auszubauen“, formulierte der stellvertretende Regierungspräsident Wilhelm Steitz die inhaltlich bedeutungsschweren Pläne.

Die bestehenden Gebäude werden in einen Zustand versetzt, dass sie bis zu 750 Menschen aufnehmen können – und zwar dauerhaft. Die Investition lohnt sich. Die Substanz der Einrichtung sei gut, so Steitz. Sie lasse sich insgesamt wirtschaftlich betreiben und biete den dort untergebrachten Menschen „eine hohe Aufenthaltsqualität“. Schon im kommenden Jahr soll die Umgestaltung der Einrichtung in Angriff genommen werden.

Mit der Gewissheit, wie viele Menschen hier eine Bleibe finden werden, erhält die Stadt Planungssicherheit für viele über das Areal hinausreichende Belange. Damit erhalten beispielsweise die Integrationsaufgaben ein eindeutiges Fundament. Die Existenzberechtigung der gerade erst in die Förderung aufgenommenen Kultur- und Begegnungsstätte der Stadt ist eindeutig untermauert.

Neben vielen anderen Aspekten wird die ZUE zu einem Wirtschaftsfaktor. Über 100 Beschäftigte in Sicherheit, Betreuung und Versorgung werden in der Einrichtung tätig sein. „Tariflich beschäftigte Menschen – das ist ein Wert“, sagt Wilhelm Steitz.

Hinzu kommen weitere rund 260 Vollzeitarbeitsplätze, die der erheblich erweiterte Polizeibereich aufweisen wird. „Das wird ein regionales Trainingszentrum“, erläutert die Bürgermeisterin. Das entspricht der gegenwärtigen Nutzung eines Großteils des Bereichs an der Rur. Geplant ist neben dem Neubau eines Unterkunftsgebäudes und von Trainingsgebäuden auch die Instandsetzung der Raumschießanlage. Federführend wird das Polizeipräsidium Aachen sein.

Natürlich hat auch diese Medaille hat eine Kehrseite. „Wegen der Zeitschiene ist die Dependance der Finanzhochschule an diesem Standort aufgegeben worden“, zieht Steitz einen Schlussstrich unter dieses ungeschriebene Kapitel.

Der Verzicht auf diese Einrichtung sei zwar bedauerlich, räumt Bürgermeisterin Schunck-Zenker ein, aber nachvollziehbar. „Es wäre wünschenswert gewesen, die Finanzhochschule hier haben zu können. Aber in Brakel laufen 2017 die Verträge aus, und das ließe sich hier nicht mehr auffangen“, hat sie Verständnis dafür, dass auch die Finanzhochschule Anspruch auf Planungssicherheit für ihren Umzug habe.

Die dauerhafte Einrichtung einer ZUE schafft letztlich noch in einem anderen Punkt Gewissheit: Die Stadt Linnich selbst wird von der weiteren Zuweisung von Flüchtlingen ausgenommen. Dies bedeutet auch, dass die öffentlich-rechtliche Vereinbarung zur Aufnahme von Flüchtlingen, die den Gemeinden Inden, Titz und Aldenhoven zugewiesen wurden, einen verlässlichen Status hat.

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