Jülich - Das Zeug zum Headliner hat wohl nur Mr. Luna

Das Zeug zum Headliner hat wohl nur Mr. Luna

Von: Arne Schenk
Letzte Aktualisierung:
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Den unmittelbaren Kontakt mit den Fans pflegte Mr. Luna auch beim „5. Rock City Jülich rocks again”. Foto: Schenk

Jülich. „Komm, Engel, tanz mit mir!”, forderte Mr. Luna, und seine Gefolgschaft erhörte ihn. Eine tobende Menschenmenge vor der Hauptbühne im Kulturbahnhof zeigte, dass auch die fünfte Auflage des Festivals „Rock City Jülich rocks again” erfolgreich war.

Gleichzeitig bewies die lokale Kultcombo, dass sie tatsächlich das Zeug zum „Headliner” hat.

Wesentlichen Anteil daran scheint Aushilfsgitarrist Ingmar von „D-Sailors” zu haben. So punkrockig waren die Lunas noch nie. Ohne überflüssige Schnörkel und selbstverliebten Pomp ging vom Stand weg die Post ab. Gründungsbassistin Leila Lugosi und der langjährige Drummer B-Punkt knallten die Songs im Verbund mit dem Seemann von der Bühne, dass es nur eine Wonne war.

Selbst die Kinderliedballade „Flugzeug” funktionierte an diesem Abend mit druckvollem Heavy-Sound. Mr. Luna schaffte spielend die Gratwanderung zwischen exaltiertem Frontsänger und integriertem Gruppenmitglied, und bezeugte die viel beschworene Bandgemeinschaft. „Hits” wie „Hamida”, „Mörder der Liebe” und „Alles nur getan” taten das Übrige für einen krönenden Abschluss des Festivals.

Mangel an geeigneten Bands

Mit „Rock City” will das Jülicher Jugendparlament (JuPaJü) lokale und überregionale Formationen zusammenbringen. Dieses Ziel wurde diesmal mit vier Acts nur bedingt erreicht.

Teilweise lag dies am offenbaren Mangel geeigneter Bands aus der Herzogstadt. So präsentierte sich lediglich das Quintett „EKG” als absoluter Newcomer zu Beginn des Treibens. Allerdings legten sich die drei Gitarristen Tobias (gleichzeitig Gesang), Sven und Stefan, Bassist Torsten und Drummer Thoss direkt mächtig ins Zeug und ließen jede Menge Stimmung aufkommen. Prompt hielten begeisterte „EKG”-Fans „Geil”- und „I love you”-Schilder hoch.

Leider konnte „Sondermensch” daran nicht so recht anknüpfen. Bei aller Kreativität der beiden Gitarristen Blend und T.E.E. und dem immer wieder aufblitzenden rhythmischen Verständnis von Bassist Fiffi und Schlagzeuger Finger fehlt ihnen einfach noch der spielerische Zusammenhalt.

Wie ein Sturmgewitter

Anders „Salix”: Die Schwermetaller gehen souverän zu Werke. Zusammengewachsen zu einer Einheit donnern Simon (Bass), Philip (Drums), Micha (Gitarre) und Wastel (Gitarre) ihre Songs wie ein Sturmgewitter und lassen die messerscharfen Riffs auf das Publikum hageln. Prima aufeinander abgestimmt sind nun auch Mark und Steve, die sich einen regelrechten Schlagabtausch zwischen Scream und Gesang liefern.

Dafür fehlte bei den auswärtigen Acts ein echtes Zugpferd. Am ehesten setzten sich dabei die Geilenkirchener „Development Disorder” durch. Während sie mit ihrem gut durchdachten und professionell umgesetzten Emo-Wave-Core auf positive Resonanz stießen, spielten die ebenfalls versierten „Mofa” eher vor leeren Rängen. Am wenigsten kam der Deutsch-Pop-Rock von „Emma6” bei den Zuschauern an, vermutlich wirkten ihre eingängigen und durchkomponierten Songs auf Dauer zu eintönig.
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