Das Thema Essstörungen erfordert neue Wege der Prävention

Letzte Aktualisierung:
14994573.jpg
Präventionsarbeit in Form eines Theaterstücks leisteten die Akteure der Gruppe „theater monteure“; links die Schulsozialarbeiterin des MGJ, Sabine Jacobi, und Schulleiterin Christiane Clemens. Foto: MGJ

Jülich. Essstörungen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Experten gehen davon aus, dass inzwischen fast jeder fünfte Jugendliche unter dieser Krankheit leidet. In Schulen bleiben Betroffene vielfach unerkannt, oder sie geraten in soziale Isolation, sobald die äußeren Anzeichen der Krankheit sichtbar werden.

Lehrerinnen und Lehrer sowie Mitschülerinnen stehen dieser Situation oft ratlos und überfordert gegenüber. Aufklärung und Prävention für die betroffenen Altersgruppen sowie für die Pädagogen sind angesichts der Entwicklung unerlässlich, denn je eher eine Ess-Störung erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Durch die Zusammenarbeit von Ute Dürselen, Lehrerin am Mädchengymnasium Jülich, der Fachstelle „Frauen helfen Frauen“, sowie der Schulsozialarbeiterin der Schule, Sabine Jacobi, ist die Idee entstanden, das Theaterstück „Schattenriss“ im Rahmen der Projekttage zur Suchtprophylaxe an das MGJ zu holen. Seit inzwischen vier Jahren ist die Beschäftigung mit dem Thema Essstörungen fest in der Projektwoche der Jahrgangsstufe 8 verankert. Die zunehmende Bedeutung dieses Themas erfordert neue Wege in der Präventionsarbeit, die Sensibilisierung und Aufklärung für und über die Krankheit und die Situation der Betroffenen leisten soll.

Die Theatergruppe „theater monteure“ aus Köln führt das Theaterstück „Schattenriss“ schon seit einigen Jahren an Schulen auf. Das Stück ist prämiert und wird durch das Land NRW gefördert. Das Stück erzählt die Geschichte von Mareike, bei der aus der auf den ersten Blick ungefährlichen Idee, ihr Gewicht durch Sport und bewusste Ernährung zu reduzieren, eine gefährliche Krankheit wurde.

Die Stationen der Krankheit der Protagonistin sowie der Weg heraus aus der Sucht bilden den roten Faden der Aufführung, die in Form eines Tanztheaters mit Live-Musik dargeboten wird.

Die Aufführung am Mädchengymnasium wurde von allen Schülerinnen der Jahrgangstufen 7-Q1 besucht. Zur Veranstaltung gehörte angesichts ihrer besonderen Intensität und der emotionalen Herausforderung der Schülerinnen auch eine inhaltliche Nachbesprechung. Dabei wurde die schauspielerische Leistung des Ensembles von den Schülerinnen ebenso herausgestellt wie die Wichtigkeit der Aufführung.

Deutlich wurde allerdings auch, wie belastend, traurig und verstörend die Geschichte von Mareike für viele Schülerinnen war, die äußerten, noch lange nach Ende der Aufführung darüber nachgedacht zu haben.

Das Theaterstück hat bewirkt, was es bewirken wollte: Dass jeder sich mit dieser schweren Thematik auseinandersetzen muss.

Die Aufführung wurde finanziell ermöglicht durch den „Inner Wheel Club“ Düren / Aachen Land, die Sparkasse Düren, sowie den Förderverein des Mädchengymnasiums „Projekt MGJ“.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert