Das Science College Overbach stillt den Forscherdrang

Von: dol
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Messgeräte ausprobieren und selbst kleine Versuche machen - das war beim „Tag der offenen Tür” in sämtlichen Fachbereichen des Science College möglich. Foto: Dolfus

Barmen. Forscherdrang und eine Portion Neugier trieben hunderte Besucher zum Tag der offenen Tür in das erst jüngst eingeweihte Science College Overbach (SCO).

Der Betreiber, die Ordensgemeinschaft der Oblaten des heiligen Franz von Sales, hatte alle interessierten Kinder, Jugendliche und Erwachsene eingeladen, sich in den hochmodernen Räumen umzuschauen und an kleinen wissenschaftlichen Experimenten teilzunehmen. Das Angebot stieß auf ein derart reges Interesse, dass sich neben Projektkoordinator Harald von Reis spontan Architekt Günter Helten zur Verfügung stellte, um die Besucher durch den innovativen Bau zu führen.

Zuvor hatten Heinz Lingen, Schulleiter des Gymnasiums Haus Overbach und Pädagogischer Leiter des SCO, sowie Geschäftsführer Pater Provinzial Josef Lienhard die Gäste im Forum begrüßt. In kurzen Worten schilderte Lingen die Idee, die hinter dem Science College steht - nämlich jungen Menschen die Naturwissenschaften nahe zu bringen. „Jedes größere Stadt oder Gemeinde verfügt über eine Musik- oder Kunstschule. Mit dem Science College haben wir in Nordrhein-Westfalen einmalig eine Freizeiteinrichtung für Naturwissenschaften geschaffen”, so Heinz Lingen. Hier finden künftig Ferienakademien, Workshops und Berufsorientierungsprogramme statt. Lehrer können sich hier fortbilden lassen, Unternehmen Tagungen veranstalten.

Und im gleichzeitig neu entstandenen Gästehaus mit zwölf Zimmern können Gastschüler bequem und komfortabel auch für einen längeren Zeitraum untergebracht werden. Dass das Science College selbst als Anschauungsmaterial für angewandte Wissenschaft dienen kann, erläuterte Architekt Günter Helten: „Es galt, ein Gebäude zu entwickeln, das selbst neue Maßstäbe setzt.” Angefangen habe man als 3-Liter-Schule, heute sei man bereits an einem Punkt angelangt, da ein Energiegehalt, der weniger als 1,5 Liter Heizöl entspricht, für die Versorgung von einem Quadratmeter Fläche ausreiche. Wie das genau funktioniert, erfuhren die Besucher bei den sehr informativen Rundgängen. Da hörten sie von sonnenlichtgesteuerten Heliostaten auf dem Dach, der Nutzung von Erdwärme und der Beheizung oder Kühlung direkt durch die Betonwände. Selbst die Wärme, welche die Schüler abgeben, wird dank intelligenter Umluftanlage und Wärmetauscher genutzt. Harald von Reis: „Die Schüler heizen ihre Schule selbst.”

Das SCO-Gebäude denkt auch mit: Die Umluftanlage erkennt, ob ein Raum genutzt wird oder nicht. Nur wenn sich Personen darin aufhalten, wird die Raumluft regelmäßig umgewälzt. „Auch das spart Energie”, erklärt der Projektkoordinator. Genug zu tun hatte die Umluftanlage an diesem Tag der offenen Tür. Denn in sämtlichen Labors von Physik bis Astronomie tummelten sich wissbegierige junge Leute und ihre Eltern. Alle naturwissenschaftlichen Lehrer des Gymnasiums Haus Overbach waren im Einsatz, um die Nachwuchs-Forscher zu betreuen.

Hier wurde in die Sterne geschaut, da der genetische Fingerabdruck erklärt. Im Bereich Mathematik ließ Dr. Roswitha Steffen Kinder und Eltern gleichermaßen an kniffligen Aufgaben knobeln. Aus Holzstücken galt es, eine Pyramide zu puzzeln oder ein Kreuz zu basteln. Dr. Steffen: „Es ist wichtig, eine Strategie zu entwickeln. Hinter jeder Aufgabe steckt ein kleiner Kniff oder Trick.”

In der Physik machten sich die Besucher daran, die Funktionsweise der mit Unterdruck zusammengehaltenen „Magdeburger Halbkugeln” zu analysieren oder einen Magneten in Bewegung zu versetzen.

Obst schnippeln und seine Zusammensetzung aufschlüsseln oder steuerungstechnische Abläufe nachvollziehen - das Spektrum der Versuche war breit gefächert und bereitete allen Teilnehmern großen Spaß.
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